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Neues Modell: VW will Indien im Alleingang erobern

Zusammen mit Suzuki hätte Volkswagen den indischen Markt aufrollen können. Doch die Ehe der Autohersteller geht in die Brüche. Nun gehen die Wolfsburger zum Angriff über: Sie könnten die Japaner mit einem neuen Modell ärgern.

Volkswagen plant die Expansion in Indien ohne Suzuki. Quelle: dpa
Volkswagen plant die Expansion in Indien ohne Suzuki. Quelle: dpa

PuneNach dem Krach mit Suzuki gibt sich Volkswagen (VW) trotzig. Die Wolfsburger wollen ihre Expansion auf dem wichtigen indischen Markt auch ohne Suzuki vorantreiben. Das drohende Ende der geplanten Partnerschaft zwischen VW und Suzuki habe keinen Einfluss auf die Strategie von VW in Indien, sagte John Chacko, Chef von Volkswagen in Indien. „Bisher gab es keine Berührungspunkte mit Suzuki. Für unser Geschäftsmodell in Indien ist das Thema nicht von Bedeutung“, sagte der Volkswagen-Manager.

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Doch untätig bleibt VW deshalb nicht. Offenbar gibt es Pläne für ein neues Modell in Indien. „Der logische Schritt  wäre die Einführung eines kleineren Autos unterhalb des Polos“, sagte Chacko. Welches Modell das sein könnte, sagte er nicht. Experten vermuten, dass es sich um eine spezielle Version des VW Up für die Schwellenländer handeln dürfte, und dass dieser schon auf der Auto Expo in Delhi im Januar gezeigt werden könnte. Damit würde Volkswagen in einer Fahrzeugklasse angreifen, die bislang von Suzuki dominiert wird.

Volkswagen und Suzuki hatten vor gut zwei Jahren eine weltweite strategische Kooperation vereinbart. Damals war von „einer entscheidenden Weichenstellung für die Zukunft“ die Rede. Die beiden Autohersteller würden sich, so hatte Volkswagen erklärt, „hinsichtlich ihres Produktportfolios, der weltweiten Vertriebsnetze und der globalen Produktionskapazitäten ideal ergänzen“. Doch die Zusammenarbeit gestaltete sich schwierig. Seit Monaten liegen beide Autobauer im Streit und geben sich gegenseitig die Schuld dafür. Suzuki will nun 20 Prozent seiner Aktien zurückhaben, die VW aufgekauft hat. Die Wolfsburger wollen ihre Beteiligung aber nicht abgeben. Der Fall geht vor ein Schiedsgericht.

Volkswagen

Nach Ansicht von Branchenkennern hätte VW vor allem auf dem rasant wachsenden Markt in Indien von Suzuki profitieren können. Der Wolfsburger Autobauer könne zwar auch ohne Nutzung der Infrastruktur von Suzuki Zugang zum indischen Markt erlangen, schrieb Michael Raab, Analyst von Kepler Equities, in einer Studie. Allerdings sei dieser Weg zeitraubender.

Indien gilt als einer der wichtigsten Automärkte der Zukunft. Doch der Markt ist hart umkämpft. Mehrere Hersteller drängen mit Billigautos für unter 5.000 Euro in den Markt. Volkswagen ist in diesem Segment bisher nicht vertreten. Derzeit fertigt VW am Standort Pune den Polo, VW Vento, Skoda Fabia und Skoda Rapid. Die Volkswagen Gruppe kommt auf einen Marktanteil von knapp fünf Prozent auf dem indischen Markt. Bis 2018 soll Anteil laut VW-Chef Martin Winterkorn bis auf 20 Prozent steigen.

Suzuki Maruti, ein Tochterunternehmen von Suzuki, bringt es aktuell auf einen Marktanteil von 45 Prozent und ist damit Marktführer. Ausruhen wollen sich die Japaner darauf nicht, weitere Investitionen in Indien sind geplant. Nach Medienberichten prüft Suzuki den Bau eines neuen Werkes im Bundesstaat Gujarat für umgerechnet 950 Millionen Euro.

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