Neues Unternehmen
Nestlé will mit Gesundheit endlich Geld verdienen

Mund auf, Augen zu. Mit diesem Motto will sich der Nahrungsmittelgigant Nestlé jetzt auch im Gesundheitsgeschäft breitmachen. Kurz nachdem die Schweizer ihren Anteil am Augenheilmittel-Anbieter Alcon für gut 28 Mrd. Dollar an Novartis verkauft haben, streben sie nun die Führung bei personalisierten Gesundheitsprodukten zwischen Nahrung und Pharma an.
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LAUSANNE. Konkret geht es um die Vorbeugung und Behandlung chronischer Krankheiten wie Diabetes, Fettleibigkeit und Alzheimer. Der Konzern gründet dazu die Nestlé Health Science AG und ein Forschungsinstitut. "Wir schaffen nicht nur ein neues Unternehmen, sondern eine ganz neue Industrie", sagte Verwaltungsratschef Peter Brabeck.

Brabeck ist der geistige Vater der Strategie, die Nestlé vom reinen Nahrungsmittelanbieter zu einem Gesundheits- und Wellnesskonzern verwandeln soll. Bereits heute erlösen die Schweizer mit gesunder Ernährung (Nutrition) mehr als zehn Mrd. Franken. Darin enthalten ist der Bereich Nestlé Health Care Nutrition mit einem Jahresumsatz von 1,6 Mrd. Franken, der jetzt die Basis für die neue Health Science AG bilden soll. Chef der neuen Tochter wird Luis Cantarell, der bislang das Amerika-Geschäft verantwortete.

Die Vision eines Gesundheitskonzerns treibt Brabeck schon seit langem um. Er bezeichnet Nestlé bereits als "Life-Science-Company". Seine jüngste Initiative begründete Brabeck am Montag mit den sich verändernden wirtschaftlichen Bedingungen: Der starke Anstieg der Staatsschulden mache die Finanzierung der Alters- und Gesundheitsvorsorge immer schwieriger. Umso wichtiger sei es deshalb, chronischen Erkrankungen mit Gesundheitsprodukten vorzubeugen.

Selbst China werde 2015 mehr als 500 Mrd. Dollar für die Bekämpfung chronischer Krankheiten ausgeben müssen. Auch die Konkurrenz hat den Gesundheitsmarkt längst entdeckt. Nestlé konkurriert dort aber nicht nur mit dem französischen Anbieter Danone, sondern auch mit großen Pharmakonzernen, die vom gegenüberliegenden Ufer in die Nische zwischen Nahrung und Pharma drängen.

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