Neues VW-Werk
Volkswagen: Die Heilsbringer aus Deutschland

Während die großen US-Autokonzerne ums Überleben kämpfen, baut VW im amerikanischen Chattanooga ein neues Werk. Die Erwartungen sind groß – bei VW wie den Bewohnern der Stadt. Allerdings geht der Konzern auch ein Risiko ein.

CHATTANOOGA. Tony Boals arbeitet schon seit 16 Jahren in Chattanooga am Tennessee River, aber dies ist der größte Auftrag, den er je hatte. „So ein Projekt gibt es nur ein einziges Mal im Leben“, sagt der Bauingenieur und lacht, fast ungläubig klingt das. Er spricht mit dem freundlichen, langgezogenen Akzent der Südstaatler, behutsam klingt er, fast artig. „Den Vertrag“, sagt Boals, „werde ich mir an die Wand hängen.“

Das Projekt, das Tony Boals so gute Laune bereitet, trug zu Beginn den Decknamen „Polar Bear“. Nun ist der Plan konkret geworden: Der Volkswagen-Konzern baut in Chattanooga seine erste Fabrik auf amerikanischem Boden seit 20 Jahren, seit VW das Werk in Pennsylvania schloss und fortan in Puebla, Mexiko, produzierte. Die Rodungsarbeiten sind bereits abgeschlossen, gerade haben die Arbeiten am Fundament der künftigen Lackiererei begonnen.

Tony Boals, ein hochgewachsener Mann Ende 30, mit glattem Haar und blassem Gesicht, ist einer der Ersten, die von dem Projekt profitieren. Er ist Vizepräsident von East Tennessee Grading, einem mittelständischen Unternehmen, das auf Abholzen, Planieren und Ausschachten spezialisiert ist. Die Stadt Chattanooga engagierte die Firma, um das Gelände für VW zu präparieren.

Das Projekt Polar Bear steht gegen den Trend: Während die großen drei der amerikanischen Autoindustrie wegen der globalen Wirtschaftskrise um ihr Überleben kämpfen, während Autobauer weltweit Gewinnerwartungen zurückschrauben und Stellenstreichungen ankündigen, könnte Volkswagen zumindest in den USA zum Gewinner werden. Denn bei VW denkt man groß: 150 000 Autos sollen ab 2011 pro Jahr in Chattanooga vom Band rollen, Mittelklassewagen der Passat-Klasse, eigens für den US-Markt produziert. Eine Milliarde Dollar will der Autobauer in das Werk investieren, das 2 000 Arbeitsplätze schaffen soll.

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