Neues Werk eröffnet

Volkswagens erster China-Streich

Volkswagen setzt auf China: Der Autokonzern hat am Freitag das erste von sieben neuen Werken in der Volksrepublik eröffnet. Die lokale Produktion soll das Wachstum weiter hoch halten – und VW an die Spitze bringen.
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Volkswagen Santana in Shanghai: In der Stadt Changchun hat der Autobauer sein 101. Werk eröffnet. Quelle: dpa

Volkswagen Santana in Shanghai: In der Stadt Changchun hat der Autobauer sein 101. Werk eröffnet.

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Wolfsburg/PekingVolkswagen baut für die Zukunft voll auf China. Im Reich der Mitte verspricht sich der deutsche Autobauer weiteres Wachstum, um bis 2018 Toyota und General Motors zu verdrängen und zur weltweiten Nummer eins zu werden. Sieben neue Werke bauen die Wolfsburger daher in der Volksrepublik – das erste wurde am Freitag eröffnet. Es ist das 101. des Konzerns. In der Stadt Changchun ist eine Fertigungsstätte entstanden, die zunächst 300.000 Motoren im Jahr produzieren wird. Ab Mitte 2014 werden es sogar 450.000 sein.

Mit der Eröffnung im Nordosten der Volksrepublik startet der Volkswagen-Konzern eine neue Phase im China-Geschäft. Das Land ist zwar ein riesiger Absatzmarkt und der wichtigste Wachstumstreiber für VW. Doch damit wächst auch die Abhängigkeit: Mit 1,79 Millionen Autos macht der Absatz im größten Pkw-Markt der Welt ein Drittel der insgesamt 5,45 Millionen Fahrzeuge aus, die der VW-Konzern im laufenden Jahr bisher verkaufte.

Mit einem Zuwachs von 18,5 Prozent im Juli konnte der Autobauer zwar an das Wachstum des ersten Halbjahres (18,7 Prozent) anknüpfen, wie Volkswagen am Freitag bekanntgab. Und im Siebenmonatsvergleich der Jahre 2013 und 2012 sorgte vor allem der Absatzrenner China dafür, dass das Plus bei VW in diesem Jahr weiter bei mehr als fünf Prozent steht. Doch es gibt bereits erste mahnende Stimmen. Ewig wird es mit dem großen Wachstum in China nicht weitergehen können, zumindest wird das Geldverdienen schwieriger. Kunden zahlen nicht mehr jeden Preis. „In China haben wir heute einen normalen, reifen Markt“, sagte im Juli Dietmar Voggenreiter, der China-Chef der VW-Tochter Audi.

Daher baut Volkswagen auf „Made in China“ – auch bei den Motoren. Chinesen sollen deutsche Autos kaufen, die aber in ihrem eigenen Land hergestellt wurden. Die lokale Produktion gilt als Schlüssel, um an die Weltspitze vorzustoßen. „Mit dem neuen Motorenwerk Changchun versorgen wir unsere Fahrzeuge in China mit modernen und hocheffizienten Aggregaten aus lokaler Produktion“, erklärte VW-China-Vorstand Jochem Heizmann bei der Eröffnung.

In der neuen Betriebsstätte baut Volkswagen in China zum ersten Mal Motoren, die die strenge europäische Abgasnorm Euro VI erfüllen. Der Produktionsstart sei ein Meilenstein, um VW „zum umweltfreundlichsten Automobilunternehmen in China zu machen“, sagte Heizmann.

In Changchun hat das Gemeinschaftsunternehmen der Wolfsburger mit First Automotive Works (FAW) seinen Sitz, auch der Partner selbst ist dort beheimatet. FAW-Volkswagen produziert im benachbarten Fahrzeugwerk Modelle der Marken VW und Audi für den chinesischen Markt. Dort rollen die VW-Modelle Golf, Jetta, New Bora, Sagitar, Magotan, Magotan CC sowie die Audis A4, Q3, Q5 und A6 vom Band.

Bis zum Jahr 2018 werden sechs weitere Werke in China eröffnet – vier wohl sogar noch in diesem Jahr. Mit der Eröffnung der Fahrzeugwerke in den Städten Foshan und Ürümqi wird noch in diesem Quartal gerechnet. Mit den insgesamt sieben Werkseröffnungen steigt die Zahl der Volkswagen-Mitarbeiter im Land um ein Drittel auf 100.000. Nach Fertigstellung können in China vier statt bisher 2,6 Millionen Fahrzeuge pro Jahr produziert werden. Vor der Eröffnung am Freitag hatte VW zwölf Werke in der Volksrepublik.

  • dpa
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11 Kommentare zu "Neues Werk eröffnet: Volkswagens erster China-Streich"

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  • Vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben die entsprechenden Beiträge entfernt. Herzliche Grüße

  • an Handelsblatt/ Netiquette
    Der Kommentar " Japan " ist eindeutig rassistisch.
    Die entsprechenden Wörter müssen vom HB herausgenommen werde.

  • @geostratege
    guter Kommentar, aber nicht vergessen:
    don't feed trolls, just ignore them :-)

  • Warum lässt der HB Zensor diese mehrfachen "Dreckkommentare" von "Japan", dem man offensichtlich ins Gehirn geschissen hat, durchgehen? Aber sobald ein Kommentar an sachlich richtigen Elementen rührt, wird sofort gelöscht. Armes HB, wann gehst Du den Weg der FTD?

  • @ jupie

    Don't feed the Trolls

  • "Dazhong" heißt die Firma mittlerweile, "Volkswagen" ist nur die deutsche Übersetzung.

  • Früher hätte man so was Landesverrat genannt, und zurecht.

    Aber heutzutage wo dank der Propaganda der Linken, jede Form von Nationalismus (unter Europäern) oder auch nur Patriotismus ein Gedankenverbrechen, eine Bestandteil "rechtsextreme" Gessinung ist, ist das unmöglich.


    Der für seine virulente antieuropäischen Rassismus berüchtigte "Professor" Christoph Butterwege hat für eine Politik die deutsche Arbeitsplätze sichern will, sogar den Begriff "Standort-Nationalismus" geschaffen.

    Da kann der Großindustrielle in aller Ruhe international handeln und fleißig Fabriken hochziehen, wo die Arbeiter am billigsten und anspruchslosesten sind.

    Wieder ein Bereich, wo die Ideologie der westlichen Linken den Zielen globalisitischer Großindustrieller entgegenarbeitet.

  • Sie übersehen eins: glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.
    Diese Statistik wurde in den VSA erstellt, zufällig schneiden die Ami-Firmen erstaunlich gut ab.
    Und vor allem ist unklar, was mit "Problemen" gemeint ist.
    Wenn man weiss, wie intelligent der durchschnittliche Amerikaner ist, beschwert er sich wahrscheinlich bei VW, wenn er den Tank leergefahren hat. Oder wegen Trunkenheit gegen einen Baum gefahren ist.
    Ich bin sicher, dass die Daten für die Statistik auf höchst dubiose erhoben wurden.
    Ami-Autos sind Schrott und technisch veraltet, das weiss doch jeder.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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