Neues Werk in Alabama
Thyssen-Krupps Amerika-Traum wird wahr

Deutschlands größter Stahlproduzent Thyssen-Krupp baut für 3,1 Mrd. Euro ein neues Stahlwerk in Mount Vernon im US-Bundesstaat Alabama. Die vom Aufsichtsrat am Freitag genehmigte Anlage soll bereits 2010 den Betrieb aufnehmen und die Marktposition des Stahlriesens in Nordamerika erheblich stärken.

HB DÜSSELDORF. Der Neubau ist eines der Kernstücke der ehrgeizigen Wachstumsstrategie des Essener Traditionsunternehmens. Angesichts des anhaltenden Stahlbooms rechnet ThyssenKrupp in den nächsten Jahren mit nachhaltigen Umsatz- und Ergebnissteigerungen. Der Konzern erhöhte deshalb am Freitag sowohl seine Gewinnprognose für dieses Jahr als auch sein mittelfristiges Ergebnisziel.

Schon im laufenden Geschäftsjahr 2006/2007 erwartet Konzernchef Ekkehard Schulz angesichts der sehr guten Ergebnisse in den ersten beiden Quartalen bei einem Umsatz von rund 50 Mrd. Euro ein Ergebnis vor Steuern - vor wesentlichen Sondereffekten - von rund 3,5 Mrd. Euro. Bislang hatte der Konzern lediglich angekündigt, er wolle das nachhaltige Ergebnisziel von 2,5 Mrd. Euro voraussichtlich deutlich übertreffen.

Bis 2010 soll Schulz zufolge der Umsatz auf rund 60 Mrd. Euro und das Ergebnis auf nachhaltig vier Mrd. Euro steigen. Längerfristig, insbesondere nach Inbetriebnahme der Großinvestitionen in Nordamerika, sei dann mit einem weiteren Umsatzsprung in die Größenordnung von rund 65 Mrd. Euro und einem Ergebnis von bis zu fünf Mrd. Euro zu rechnen.

Um das neue US-Stahlwerk mit 2 700 Arbeitsplätzen hatten sich mehrere US-Standorte beworben. Ausschlaggebend für die Wahl von Mount Vernon sei die hohe Kosteneffizienz gewesen, betonte der Konzern. Nordamerika gehört zu den größten Märkten für hochwertigen Qualitätsflachstahl. ThyssenKrupp will dort nun aus eigener Kraft wachsen, nachdem der Versuch des Konzerns gescheitert ist, den größten kanadischen Stahlproduzenten Dofasco zu übernehmen.

Kostengünstige Brammen soll das neue Stahlwerk aus einem ebenfalls neuen ThyssenKrupp-Stahlwerk in Brasilien beziehen. Dies sichere ThyssenKrupp Kosten- und Qualitätsführerschaft, betonte Konzernchef Ekkehard Schulz.

In den ersten beiden Quartalen des laufenden Geschäftsjahres steigerte ThyssenKrupp den Auftragseingang um zwölf Prozent auf 27,3 Mrd. Euro, der Umsatz nahm um zwölf Prozent auf 25,4 Mrd. Euro zu. Der Konzernüberschuss erhöhte sich um 30 Prozent auf 906 Mill. Euro.

Bemerkenswert: Das Ergebniswachstum wäre ohne die Sonderbelastung durch ein EU-Bußgeld in Höhe von rund 480 Mill. Euro im zweiten Quartal sogar noch höher ausgefallen. Die EU hatte das Bußgeld wegen verbotener Wettbewerbsabsprachen auf dem Fahrstuhl-Markt verhängt.

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