Neues Werk in Russland
GM spielt in Europa russische Karte

Aufgrund der rasant wachsenden Nachfrage in Osteuropa liebäugelt der Opel-Mutterkonzern General Motors mit einem neuen Werk in Russland. Nach Ansicht von Experten könnte der Autokonzern dafür auf dem Gelände der neuen GM-Produktionsstätte in St. Petersburg eine weitere Fabrik errichten oder ein Joint Venture eingehen.

ZÜRICH. „Wenn das Wachstum in Russland sich so fortsetzt, ist ein neues Werk für General Motors dort nur eine Frage der Zeit“, sagte GM-Europachef Carl-Peter Forster dem Handelsblatt in Zürich. Es gebe dazu zwar noch keine Entscheidung. „Aber angesichts der Absatzsteigerungen auf dem russischen Markt steht das Thema Kapazitätserweiterung bereits auf der Tagesordnung“, sagte Forster.

Nach Ansicht von Experten könnte General Motors (GM) dafür auf dem Gelände der neuen GM-Produktionsstätte in St. Petersburg eine weitere Fabrik errichten oder ein Joint Venture eingehen. Der russische Autobauer GAZ hatte jüngst bereits angekündigt, dass es mit dem US-Konzern eine Gemeinschaftsfirma zum Bau von jährlich 300 000 Autos gründen werde. GM hatte dies aber nicht bestätigt.

Osteuropa gewinnt damit für GM noch stärker an Bedeutung. „Der russische Markt wächst weiter rasant – und bisher sehen wir keinen Grund, warum sich das ändern soll“, sagte Forster. So werde Russland voraussichtlich bereits 2009 Großbritannien als größten Markt für GM in Europa ablösen. Angesichts der rasch steigenden Nachfrage muss GM nun schneller als gedacht bereits einen weiteren Kapazitätsaufbau ins Auge fassen, obwohl die Amerikaner im November diesen Jahres erst die Großproduktion in ihrem dritten GM-Werk im russischen St. Petersburg eröffnen werden.

Neben St. Petersburg, wo bereits in einem kleinen Werk Geländewagen von Chevrolet und Opel gebaut werden, und einem Joint Venture mit Avtovaz in Togliatti fertigt der US-Konzern noch im russischen Kaliningrad mit dem Autobauer Avtotor.

Opel ist die derzeit nach eigenen Angaben am stärksten wachsende Auslandsmarke auf dem boomenden russischen Markt. Im laufenden Jahr rechnet Forster mit einer Absatzsteigerung von GM auf 380 000 bis 390 000 Fahrzeuge in Russland. Im Vorjahr waren es noch rund 258 000 Autos gewesen. In den ersten sieben Monaten stieg der Absatz von GM auf dem russischen Markt – auch wegen der großen Nachfrage nach der Einstiegsmarke Chevrolet – um 60 Prozent.

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