Neues Werk
VWs heikle Mission in China

Die VW-Führung unterzeichnete feierlich mit Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao die Verträge für ein neues Werk in China. Der Autokonzern unterwirft sich den Vorgaben des Landes - und investiert in eine brisante Region.
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Wolfsburg/PekingEs war in gewisser Weise eine Demütigung. Um Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao das Werk in Wolfsburg zu zeigen, musste der Aufsichtsratsvorsitzende von Volkswagen, Ferdinand Piëch, zusammen mit Vorstandschef Martin Winterkorn ausgerechnet in einen Bus des Erzrivalen Mercedes-Benz steigen. Denn die Staatsgäste waren im umweltfreundlichen Reisebus Travego gekommen. Wer Piëch kennt, weiß, wie viel Überwindung ihn das gekostet haben muss. Bei den meisten lebenden Personen hätte sich der VW-Patriarch schlichtweg geweigert einzusteigen. Nicht aber bei Wen Jiabao.

Im Anschluss an die Rundfahrt lobte Chinas Ministerpräsident „die Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland in der Autoindustrie“. Die wolle man künftig „noch nachhaltiger gestalten“, die „Freundschaft und Zusammenarbeit vertiefen“. Zuvor hatten Wen, Piëch und Winterkorn einen Vertrag über den Bau eines Werks in Ürümqi, im Nordwesten Chinas, unterzeichnet.

„Mit dem neuen Werk übernehmen wir erneut eine Vorreiterrolle bei der Industrialisierung des Landes“, sagte Winterkorn. VW werde in Ürümqi aber nicht nur Fahrzeuge bauen, sondern sich darüber hinaus engagieren „für eine leistungsfähige lokale Zulieferindustrie, für Bildung und Ausbildung und für die Integration lokaler Minderheiten“.

Auch Karl-Thomas Neumann, Volkswagens China-Chef, ist begeistert. Zum Start, sagte er, würden die Mitarbeiter nur die Räder anschrauben, im nächsten Schritt aber schon vorgefertigte Komponenten montieren. Innerhalb der nächsten drei Jahre sollen sie dann ein vollwertiges Autowerk betreiben. Rund 170 Millionen Euro wird VW investieren – zunächst. Das ist zwar nicht viel, gemessen an anderen VW-Werken in China, doch laut Neumann wollte „der Vorstand am liebsten gleich loslegen, als er vor Ort war“.

Das klingt nach Euphorie und Tatendrang – tatsächlich aber ist Volkswagen in der Provinz Xinjiang in einer heiklen Mission unterwegs. Das Volk der Uiguren kämpft seit dem gewaltsamen Anschluss seiner Heimat im Jahr 1955 für seine Unabhängigkeit. Das Konfliktpotenzial ist beinahe ebenso groß wie in Tibet – negative Schlagzeilen, Proteste von Menschenrechtsorganisationen, selbst Boykottaufrufe könnten die Folge sein. Zumal in der Unruheregion immer wieder Menschen getötet werden: Zuletzt gab es im Olympiajahr 2008, im Sommer 2009 und im vergangenen August Terroranschläge in Xinjiang.

Kommentare zu " Neues Werk: VWs heikle Mission in China"

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  • Lenin sagte:
    "Die Kapitalisten werden uns selbst den Strick verkaufen, an dem wir sie aufhängen".
    Scheint, als würde sich das nach hundert Jahren erfüllen...

  • China ist kein Vertragspartner u. so mit rechtlich höchst
    brisant .Die Verträge gelten nur so lange wie es zu ihrem
    Vorteil passt.
    Haben die gierigen deutschen Manager immer noch nichts
    begriffen !
    China will die militärische u. wirtschaftliche Weltmacht u.
    mit dieser Aussage ist alles gesagt .
    In der momentanen Entwicklungsphase der Chinesen ist alles
    noch Friede ,Freude ,Eierkuchen .
    Aber wenn dieser unberechenbare Staat selbst alle Technologien sich unrechtmäßig angeeignet hat , ist DE nur noch Wasserträger .
    Der Tag wird kommen an dem die Kommunisten die Welt in allen Bereichen ausgehebelt haben .Dann ist der Michel wieder der Dumme (nach Euro).
    Raffgier steht bei den Firmen immer noch an erster Stelle ,aber nur momentan .


  • ... es gibt nur ein Wort für diese Unvernunft: GIER !!!

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