Neugeschäft
Deutsche Industrie verliert im Mai Aufträge

Die deutsche Industrie muss im Mai ein unerwartet großes Auftragsminus hinnehmen. Das Bundeswirtschaftsministerium ist trotz des Dämpfers optimistisch und erwartet im gesamten zweiten Quartal mehr Bestellungen.
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BerlinDie deutsche Industrie hat im Mai beim Neugeschäft stärker Federn lassen müssen als erwartet. Die Bestellungen sanken um 1,7 Prozent zum Vormonat und damit fast doppelt so deutlich wie von Fachleuten erwartet, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet dennoch im gesamten zweiten Quartal mit einem Auftragsplus. „Gegenwärtig ist allerdings wohl aufgrund der gestiegenen geopolitischen Risiken eine gewisse Zurückhaltung zu beobachten“, betonte das Ministerium. Deshalb dürfte sich der Aufschwung in der Industrie insgesamt eher moderat fortsetzen.

Damit mehren sich die Zeichen, dass die Unternehmen zunehmend mit Vorsicht auf Krisen wie in der Ukraine und im Irak reagieren. Dies hatte jüngst auch das Ifo-Barometer für das Geschäftsklima gezeigt. Die monatliche Auftragsdaten schwanken allerdings oft. So hatte es im April mit plus 3,4 Prozent noch den stärksten Anstieg seit Mitte 2013 gegeben.

Ökonomen warnten davor, den jüngsten Rückgang überzubewerten. „Der Aufwärtstrend bei den Aufträgen bleibt intakt“, sagte Unicredit-Volkswirt Andreas Rees. „Für die Konjunktur zeigt der Daumen weiter nach oben“, ergänzte Stefan Kipar von der BayernLB. Als erfreulich bezeichneten die Experten, dass die Nachfrage aus den Euro-Ländern dank Großaufträgen mit 5,7 Prozent kräftig anzog. „Da belebt sich offenbar wirklich die Konjunktur“, sagte Kipar. Davon könnten die deutschen Firmen 2014 weiter profitieren.

Die gesamte Auslandsnachfrage sank um 1,2 Prozent, die Inlandsaufträge fielen um 2,5 Prozent. Die Nachfrage nach Konsumgütern sank um 1,2 Prozent. Bei den Investitionsgütern, zu denen Maschinen und Fahrzeuge gehören, gab es ein Minus von 0,7 Prozent. Am deutlichsten fiel die Nachfrage nach Vorleistungsgütern wie Chemikalien - und zwar um 3,4 Prozent. Insgesamt gab es laut Ministerium überdurchschnittlich viele Großaufträge. Ohne diese hätte es sogar ein Auftragsminus von 3,7 Prozent gegeben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Neugeschäft: Deutsche Industrie verliert im Mai Aufträge"

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  • Nur wenn dievaterlandslosen deutschen Unternehmer, die ihr Volk verschachern und veralbern nach Strich und Faden, ihren eigenen Dreck zu fressen kriegen, kann es mit diesem land gesellschftlich und sozial wieder besser werden.

    Insofern hoffe ich auf viele weitere solcher meldungen.

  • Wir stehen vor dem nächsten Abschwung und vor der nächsten manifesten Phase der dauerhaften Finanzkrise.

    Und die IG Metall fordert 5 % Lohnerhöhung.

  • Pssst, das sind doch die schlechten Aufträge, die in weichem Rubel bezahlt werden, die da wegbrechen. Die Guten, die in hartem Euro bezahlt werden, die bleiben uns erhalte. BTW. hat n den letzten Monaten noch jemand was von Target2 gehört? Ich glaube, die Gesinnungs-Stasi hat diesen Begriff auf den Index gesetzt

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