Neun-Monats-Bilanz
Sanierung kostet VW viel Geld

Während Volkswagen seinen Anteil am Lkw-Bauer MAN offenbar aufstocken will, hat sich der Autokonzern im Laufe der vergangenen neun Monate von anderen Töchtern getrennt. Nur durch das Geld aus diesen Verkäufen haben die Wolfsburger ihren Gewinn unterm Strich nach oben treiben können. Operativ sieht es jedoch schlecht aus.

HB HAMBURG. Das operative Ergebnis inklusive aller Sondereffekte sank von Januar bis September um 27 Prozent auf 1,36 Mrd. Euro, wie VW am Freitag in Wolfsburg mitteilte. Ausschlaggebend waren nach Unternehmensangaben Belastungen aus Personalabbau, Restrukturierungsmaßnahmen sowie dem kürzlich vereinbarten Tarifvertrag. Diese Sondereffekte summierten sich dem Wolfsburger Konzern zufolge auf 1,66 Mrd. Euro. Diese Effekte ausgeklammert stieg der operative Gewinn um 62 Prozent auf 3,02 Mrd. Euro; Analysten hatten im Schnitt nur mit 2,9 Mrd. Euro gerechnet.

Im Automobilbereich liegt das operative Ergebnis nach den ersten neun Monaten mit 628 Mill. Euro um 44 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahreszeitraums. Die Sparte Finanzdienstleistungen blieb stabil. Der Gesamtumsatz kletterte um rund 12 Prozent auf 77 Mrd. Euro.

Im dritten Quartal alleine verringerte sich der operative Gewinn wegen der finanziellen Lasten durch die Sanierung um knapp 670 Mill. Euro auf 323 Mill. Euro. Unter dem Strich blieb nur ein kleiner Nettogewinn von 23 Mill. Euro übrig, ein Rückgang von 90 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Der größte Brocken der Lasten entfällt auf den jüngst mit der IG Metall abgeschlossenen Tarifabschluss. Darin hat der Konzern als Ausgleich für eine Arbeitszeitverlängerung auf bis zu 33 Wochenstunden eine einmalige Rentenzuzahlung von 6 300 Euro vereinbart, für die Rückstellungen gebildet werden müssen.

Geld kostet auch die Tatsache, dass VW beim Personalabbau schneller vorankommt als erwartet. Fast 6 000 Beschäftigte haben bereits ein Abfindungsangebot angenommen, erwartet worden waren 5 000. Darüber hinaus haben fast 11 000 Mitarbeiter eine Vereinbarung zur Frühverrentung unterschrieben.

VW will alle finanziellen Belastungen der Sanierung möglichst bereits in der Bilanz dieses Jahres verkraften. Zusammen mit der Summe von fast 700 Mill. für das dritte Quartal fallen seit Jahresbeginn rund 2 Mrd. an Sonderlasten an. Dem stehen positive Effekte aus den Verkäufen der Servicetochter Gedas, der Bordnetz-Sparte und des Autovermieters Europcar gegenüber, die die Kosten der Sanierung aber bei weiten nicht ausgleichen. Beim Nettoergebnis verbuchte Volkswagen in den ersten neun Monaten dank der Verkäufe ein Plus von 77 Prozent auf 1,21 Mrd. Euro, was knapp über den Prognosen lag. Alleine Europcar verbesserte das Ergebnis um 769 Mill. Euro.

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