Neunmonats-Bilanz
Bilfinger Berger hat sich mit Australienproblemen arrangiert

Deutschlands zweitgrößter Baukonzern Bilfinger Berger ist nach Einschätzung von Analysten trotz eines millionenschweren Rückschlags im australischen Hoch- und Industriebaugeschäft weiter auf Kurs. Nach den ersten neun Monaten steigerte das Unternehmen die Bauleistungen und das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr zweitstellig.

HB MANNHEIM. Nach den ersten neun Monaten wurden die Bauleistungen im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 5,2 Mrd. Euro und das Vorsteuerergebnis um 59 Prozent auf 43 Mill. Euro gesteigert. Das Ergebnis nach Steuern betrug den Angaben zufolge 23 Millionen Euro nach 14 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Auftragseingang erhöhte sich um 27 Prozent auf 5,8 Mrd. und der Auftragsbestand um 11 Prozent auf einen Rekordwert von 7,1 Mrd. Euro.

Im dritten Quartal kletterte die Bauleistungen bei dem im MDax gelisteten Konzern auf 1,948 Mrd. nach 1,686 Mrd. Euro im Vorjahr. Der Gewinn nach Steuern legte von 4 Mill. auf 7 Mill. Euro zu, was allerdings unter den Analystenerwartungen von 10 Mill. Euro lag. Die deutsche Hochbausparte sowie ein robustes Dienstleistungs- und Ingenieurbaugeschäft hätten die Verluste in Australien wettgemacht, teilte der Konzern mit

In Australien hatte Bilfinger Berger 2003 ein großes Bauunternehmen gekauft. Der deutsche Konzern ist nach der Übernahme von Abigroup Australiens zweitgrößter Bauunternehmer und hat auf dem Kontinent allein im Hochbau einen Auftragsbestand von mehr als 1 Milliarde Euro. Die Geschäfte laufen aber schlecht, was sich auf den Konzern durchschlägt.

Der Baukonzern bekräftigte die im Oktober wegen erwarteter roter Zahlen im australischen Hoch- und Industriebau gekappte Ergebnisprognose für 2005. Demnach werde weiter ein Überschuss von 65 bis 70 Mill. Euro erwartet nach 51 Mill. Euro ein Jahr zuvor. Vor den Schwierigkeiten im australischen Hochbau waren die Mannheimer noch von einem Gewinn von gut 70 Mill. Euro ausgegangen. Das mittelfristige Überschuss-Ziel von 100 Mill. Euro in 2007 gelte weiterhin. Die Bauleistung will Konzernchef Herbert Bodner im Gesamtjahr 2005 auf über 6,9 (Vorjahr 6,1) Mrd. Euro steigern.

Analysten der HVB bestätigten ihre "Neutral"-Empfehlung und legten auch das Kursziel unverändert bei 40,00 Euro fest. Die Zahlen seien im Rahmen der Erwartungen gewesen, hieß es in einer Studie. Der Bereich Dienstleistungen sei besser gewesen als von den Analysten prognostiziert. Die einmalige Belastung in Australien habe das Unternehmen "gut verdaut".

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