Neuordnung des Europageschäfts

Opel soll mehr Verantwortung bekommen

Unter dem neuen Chef Karl-Thomas Neumann hat Opel das Selbstbewusstsein wiedergefunden. Jetzt soll auch die Rolle der Rüsselsheimer im GM-Konzern gestärkt werden. Opel soll künftig den Ton in Europa angeben.
Update: 21.07.2014 - 17:16 Uhr Kommentieren
Karl-Thomas Neumann, Vorstandsvorsitzender der Adam Opel AG. Die Geschäftsführung der neu gegründeten Opel Group ist fast identisch mit dem bisherigen Vorstand der Adam Opel AG. Quelle: dpa

Karl-Thomas Neumann, Vorstandsvorsitzender der Adam Opel AG. Die Geschäftsführung der neu gegründeten Opel Group ist fast identisch mit dem bisherigen Vorstand der Adam Opel AG.

(Foto: dpa)

RüsselsheimGeneral Motors stärkt die Tochter Opel: Die neugegründete Opel Group übernimmt die Verantwortung für das gesamte GM-Geschäft in Europa. Die Änderung gelte rückwirkend zum 1. Juli 2014, wie die Adam Opel AG am Montag in Rüsselsheim mitteilte: „In der neuen Gesellschaft bündelt das Unternehmen die Verantwortlichkeiten für Opel/Vauxhall sowie alle anderen Aktivitäten von GM in Europa - inklusive Russland.“ Dazu gehören die Marken Chevrolet und Cadillac. Auch die wirtschaftliche Verantwortung für alle GM-Marken in Europa werde auf die Opel Group übertragen.

Die Geschäftsführung der Opel Group unter Leitung von Karl-Thomas Neumann sei fast identisch mit dem bisherigen Vorstand der Adam Opel AG, der auf zwei Mitglieder schrumpft und von Entwicklungsvorstand Michael Ableson geführt wird. Zudem ziehen Finanzvorstand Michael Lohscheller und Neumann in den Aufsichtsrat der Adam Opel AG ein. Die neue Gesellschaft hat ihren Sitz in Rüsselsheim. Das operative Geschäft der Adam Opel AG bleibe von der Neuorganisation unberührt.

Rund 100 Mitarbeiter der AG wechseln in die Schwestergesellschaft. „Wir sind inzwischen mehr als Opel/Vauxhall allein. Mit der Opel Group passen wir unsere organisatorische und rechtliche Struktur in Europa an die operative Struktur des Geschäfts an. Wir vereinfachen unsere Entscheidungsprozesse und erhöhen unsere Effizienz“, sagte Neumann laut Mitteilung. In der Konsequenz werde die Adam Opel AG damit ihre finanzielle Basis stärken.

Opel habe zuletzt immer mehr Aufgaben innerhalb des GM-Konzerns übernommen. Dazu gehörten die Verantwortung für den Wachstumsmarkt Russland sowie der geplante Bau von ausgewählten Fahrzeugen für Buick in den USA und Holden in Australien und Neuseeland. Neumann bewertete die Reorganisation als „Vertrauensbeweis unserer Muttergesellschaft“.

Ähnlich äußerte sich Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer: „Das ist eine große Aufwertung für Opel und Neumann.“ Diese komme jedoch nicht überraschend: „Bei GM sorgt derzeit Opel für die guten Schlagzeilen, während GM zu Hause mit Rückrufen beschäftigt ist.“

Opel träumt wieder von der Oberklasse
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Opel präsentiert auf der IAA mit dem Monza Concept seine Zukunfstvision. Motorisiert mit dem neuen Dreizylinder 1.0 SIDI Turbo, der in Frankfurt ebenfalls neu vorgestellt wird, soll der mit CNG-Range-Extender (Reichweitenverlängerer mit Erdgas) ausgerüstete und von einem Elektromotor angetriebene Monza eine gute CO2-Bilanz vorlegen.

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Die Außenmaße von 4,69 Meter Länge und 1,31 Meter Höhe sprechen eine dynamische Sprache, die mit 500 Litern Kofferraumvolumen nicht zu Lasten der Alltagstauglichkeit geht. Den Zugang erleichtern Flügeltüren, die bis zum Fond reichen. Das Konzept ist modular aufgebaut und lässt Freiraum bei der Antriebswahl.

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Die Monza-typische Bügelfalte, die vom 1986er Modell bekannt ist, kommt auch beim aktuellen Konzept Verwendung. Stromlinienförmig konzipiert knüpft er an die Designentwicklung der Insignia-Ära an.

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Im Innenraum ist Klassik nicht zu finden. Sprachsteuerung und Lenkrad-Fernbedienung sollen den Fahrer alles im Griff haben lassen. Eine von Tür zu Tür laufende Instrumententafel wird als Projektionsfläche genutzt und informiert zukunftsweisend und individuell. Mit LED-Projektoren – 18 Stück an der Zahl – wird ein Multifunktionsdisplay in 3-D aufgefahren. Die Optik und das Layout sind individuell anpassbar.

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Die Vernetzung über Smartphone ist ein zentraler Teil des Bedienkonzeptes. Der Benutzer kann den Kontakt zur Internet-Community halten und mit Freunden und Familie während der Fahrt in Kontakt bleiben. In drei von Opel konzipierten Erlebniswelten (Me, Us und All) kann das Kommunikationskonzept angepasst werden.

So kann der Fahrer sich entweder auf seine eigene Fahrt konzentrieren und die Verbindung zur Außenwelt weitgehend kappen (Me), mit einem bestimmten Personenkreis in Kontakt bleiben (Us) oder zum Beispiel die Routenplanung online mitteilen und austauschen, sowie Mitfahrgelegenheiten online bereitstellen (All) und so während der Fahrt Personen, die Teil der Car-Sharing-Community sind, spontan einsteigen lassen.

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Die für den Monza Concept verantwortlichen Designer im Team von Mark Adams (hier im Bild) setzen auf die Weiterentwicklung der aktuellen Designsprache, wie sie beispielsweise der Insignia verwendet. Die neuen Linien und Formen für die Zukunft sollen verdeutlichen, dass Opel keinesfalls gedenkt, als graue Maus des Massenherstellers aufzutreten. "Dies ist der nächste, selbstbewusste Schritt auf unserem Weg in die Zukunft", beschreibt Opel-Designchef Mark Adams.

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Die Zukunft Opels hängt von erfolgreichen Großserienprodukten sowie von überzeugenden Nischen-Produkten ab. Ein Coupé der Oberklasse scheint auf den ersten Blick weniger zukunftsweisend. Doch die Mission der Studie Monza Concept lautet: Image schaffen und neue Vokabeln für die künftige Desingsprache der Marke pauken. Schließlich haben Coupés aus Rüsselsheim jahrzehntelang in allen Klassen Trends gesetzt

Die IG Metall begrüßte, dass die Mitbestimmung der Arbeitnehmer unverändert sicher gestellt sei. „Wir haben dies nun in einem Tarifvertrag für die neue Opel Group vereinbart“, sagte Jörg Hofmann, Zweiter Vorsitzender der IG Metall. Er erwarte vom Management, dass von einem möglichen Wachstum der Marke alle Standorte in Deutschland profitieren und neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Aus Sicht von Opel-Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug bietet die Reorganisation des Europageschäfts Chancen für Wachstum und Beschäftigung: „Wir freuen uns, dass der Kurs, Opel zu stärken, fortgesetzt wird.“ Der Frankfurter IG Metall-Bezirkschef Armin Schild, der auch im Opel-Aufsichtsrat sitzt, bezeichnete die Gründung der Opel Group als Konsequenz aus einer guten Entwicklung, die das Unternehmen genommen habe: „Die Vorwärtsstrategie trägt Früchte.“

  • dpa
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