Neuordnung
Werften-Ausverkauf an der Küste

Die deutschen Werften stehen vor einer Neuordnung. Dabei ist absehbar, dass nach Nobiskrug auch die insolventen Wadan-Werften und die Hamburger Blohm+Voss in ausländische Hände kommen werden. Während der Eigentümerwechsel bei den Wadan-Werften erwartet wurde, kommt der Verkauf von Blohm+Voss überraschend.

dhs/mur BERLIN/FRANKFURT. Die Werft gehört dem Industriekonzern Thyssen-Krupp, der zwar einen Rückzug aus dem Containerschiffbau angekündigt hatte. Megayachten und Kriegsschiffe wollte der Konzern aber weiterhin bauen.

Der Sinneswandel könnte nach Einschätzung von Branchenkennern damit zusammenhängen, dass Thyssen-Krupp mit Megayachten Verluste einfährt. Nach Informationen aus dem Konzern führt der Chef der Werftsparte Thyssen-Krupp Marine Systems (TKMS), Hans Atzpodien, derzeit Gespräche über eine Veräußerung von Teilen der Tochter Blohm+Voss . „Von mehreren Interessen ist dazu ein Bieter ausgewählt worden“, bestätigten Konzernkreise einen Bericht des „Hamburger Abendblatts“.

Da der Bieter nicht aus Russland und Deutschland stamme, spreche einiges für einen Interessenten aus der Golfregion. Eine Prüfung der Bücher habe es bislang nicht gegeben, der Konzern könnte auch an der Traditionswerft festhalten.

Auf dem Verkaufszettel steht der Bereich Megayachten, Schiffsreparatur und Maschinenbau mit insgesamt 1 700 Beschäftigten.

Nach Angaben des Betriebsratschefs von Blohm+Voss, Herbert Oetting, soll innerhalb der kommenden drei Wochen eine Entscheidung fallen. „Der Verbleib von Blohm+Voss wird auf jeden Fall ein Thema auf der Aufsichtsratssitzung von Thyssen-Krupp Marine-Systems am 18. September sein“, sagte er. Zuvor, am 4. September, will der Konzern-Aufsichtsrat über einen bereits geplanten Umbau der Spartenstruktur von Thyssen-Krupp entscheiden.

In einer Stellungnahme räumte Thyssen-Krupp ein, dass das Unternehmen ebenso wie Wettbewerber „nationale und internationale“ Gespräche führe, wie der Schiffbau der strukturellen und konjunkturellen Krise begegnen könne. Zu konkreten Verhandlungen äußerte sich der Konzern offiziell nicht.

Mit einem Verkauf von Blohm+Voss würde der Ruhrkonzern die Konzentration auf das Marinegeschäft fortsetzen. Schon im vergangenen Jahr hatte die Gesellschaft den Megayachten-Bauer Nobiskrug an einen russischen Investor verkauft. Für den zivilen Bereich wollte Vorstandschef Ekkehard Schulz laut früherer Angaben Partner suchen.

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