Neupositionierung als Rüstungskonzern
BAE-Systems beschleunigt Airbus-Ausstieg

Der britische Rüstungskonzern BAE Systems hat seine Option auf den Verkauf auf seines 20-Prozent Anteils am Flugzeughersteller Airbus gezogen. Damit erhöhen die Briten den Druck auf den Airbus Mehrheitsgesellschafter EADS, der seit Monaten über einen Kauf der Anteile mit BAE Systems verhandelt.

HB MÜNCHEN. „EADS und BAE Systems werden nun versuchen, die Verhandlungen über den Verkauf dieses Anteils an die EADS in den nächsten Wochen abzuschließen“, teilte der deutsch-französische Luft- und Raumfahrtkonzern am Mittwoch mit.

Das Ringen um den Minderheitsanteil der Briten geht damit in die heiße Phase. EADS hat den Wert der 20 Prozent im März auf seiner Bilanzpressekonferenz auf 3,5 Mrd. Euro beziffert, Analysten halten einen Preis über fünf Mrd. Euro für realistischer. Beide Seiten haben über Investmentgesellschaften ihre Preisvorstellungen konkretisieren lassen, offenbar liegen diese aber zu weit auseinander. Nun soll eine dritte Investmentbank als Schlichter auftreten, in rund einem Monat könnte dann ein Preis feststehen. EADS kann diesen in bar, in Aktien, oder in einer Kombination von beidem entrichten. Details für die Verhandlungen haben beide Vertragsparteien 2001 in einem „Shareholders Agreement“ geregelt.

EADS hätte bei einem Abschluss volle Kontrolle auf Airbus. Die erfolgreiche Flugzeugtochter steht derweil vor großen Herausforderungen. So steht der Riesenairbus A380 in diesem Jahr vor der Auslieferung. Das geplante Großraumflugzeug A350 wird nach massiven Kundenprotesten überarbeitet und könnte die Airbus-Mutter EADS noch sehr viel Geld kosten.

Der Ausstieg der Briten, die seit der Airbus-Gründung Anfang der Siebziger Jahre an dem Flugzeughersteller beteiligt sind, kommt nicht überraschend. Mit der Gründung des EADS-Konzerns im Jahr 2000 zeichnete sich ab, dass Deutsche und Franzosen den Ton bei Airbus angeben. BAE will sich als Rüstungskonzern neu positionieren, Airbus gilt seit Jahren nur noch als Finanzbeteiligung. Die ehemaligen BAE-Werke in Großbritannien sind seit 2001 auf Airbus überschrieben.

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