Neustrukturierung
Löschers Umbau kostet Siemens Milliarden

Siemens kostet der Konzernumbau von Vorstandschef Peter Löscher bis zu rund drei Mrd. Euro. Der Großteil davon werde im gerade abgelaufenen vierten Geschäftsquartal (per Ende September) verbucht, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Damit muss Siemens mit einem hohen Quartalsverlust rechnen.

HB MÜNCHEN. Die beiden größten Belastungsfaktoren sind der laufende Stellenabbau in der Verwaltung und der Verkauf der Telefonanlagensparte SEN an den US-Finanzinvestor Gores. Das Programm zur Reduzierung der Verwaltungskosten werde mit bis zu 1,1 Mrd. Euro zu Buche schlagen. Damit kostet der Personalabbau nahezu so viel wie Löscher in den kommenden Jahren in Administration und Vertrieb einsparen will: Dort sollen die Kosten bis 2010 um 1,2 Mrd. Euro sinken. Insgesamt streicht Siemens im Zuge des Umbaus rund 17 000 Stellen.

Der Verkauf der Mehrheit von SEN mache etwa eine Milliarde Euro aus. Hinzu kämen Umbaukosten in der Medizintechnik von bis zu 100 Mill. Euro und in der Zugsparte von bis zu 200 Mill. Euro. Die Lasten aus dem Verkauf der Telefonapparatesparte SHC an die Beteiligungsfirma Arques und der Restrukturierung der übrigen Geschäftsfelder, die Siemens in seinen Sonstigen Aktivitäten zusammenfasst, erreichten bis zu 140 Mill. Euro. Zudem steckt der Konzern noch 400 Mill. Euro in den Kapitalstock der neuen Siemens-Stiftung.

Löscher verteidigte die Schritte. „Wir sind dabei, Siemens wieder auf seine Stärken auszurichten und machen dabei gute Fortschritte. In unserem Übergangsjahr 2008 gehörte Geschwindigkeit zu unseren wichtigsten Themen“, erklärte der Manager. Im operativen Geschäft sei Siemens weiterhin gut unterwegs. „Die Entwicklung des Geschäftsvolumens ist im vierten Quartal weiter erfreulich. Den Ausblick für 2009 bestätigen wir.“ Im kommenden Geschäftsjahr werde das operative Ergebnis des Kerngeschäfts - der drei neuen Sektoren Energie, Industrie und Medizintechnik - zwischen acht und 8,5 Mrd. Euro liegen, bekräftigte er.

Im kommenden wie im gerade zu Ende gegangenen Geschäftsjahr werde Siemens beim Umsatz die doppelte Wachstumsrate der Weltwirtschaft erreichen. Für 2007/08 rechnet die Siemens-Spitze mit einem operativen Ergebnis seiner Bereiche und des fortgeführten Geschäfts auf dem Vorjahresniveau. Der Konzern hat allerdings für den Nettogewinn ein komfortables Polster: Anfang des Jahres verkaufte Siemens seine Autozuliefersparte VDO für mehr als elf Mrd. Euro an Continental. Die nun eilig verbuchten Milliardenlasten sollen die Steuerlast mindern.

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