Neutraler Name
Ferdinand Piëch möchte VW umbenennen

Ferdinand Piëch hat große Pläne. Mit der Verschmelzung von VW und Porsche möchte der VW-Chefaufseher einen weltweit führenden Autokonzern schaffen, unter dessen Dach noch weitere Marken integriert werden können. Geht es nach Piëch fehlt Volkswagen für den Weg an die Weltspitze nur noch eins: Der geeignete Name.

FRANKFURT. Volkswagen könnte einen neuen Namen bekommen. Darüber denkt Chefaufseher Ferdinand Piëch nach. Mit einer Umbenennung will er nach der Verschmelzung mit Porsche die Marke VW besser abtrennen und den Porsche-Managern das Zusammengehen erleichtern. "Ich persönlich halte einen Konzernnamen, der von einer Marke unabhängig ist, für stärker", sagte Piëch.

Ein solcher Schritt erleichterte Piëchs Wachstumspläne, zu denen auch eine Allianz mit dem japanischen Autobauer Suzuki gehören soll. Noch eher könnte aber der Lkw-Bauer MAN als elfte Marke in den Konzern integriert werden.

Die Pläne dazu sind offenbar schon weit gediehen. So kündigte Vertriebschef Detlef Wittig gestern Abend an, man werde künftig alle Nutzfahrzeuge des Konzerns in einer Sparte zusammenführen. "Daraus wird ein integrierter Mehr-Marken-Nutzfahrzeugbereich entstehen", sagte Wittig. Betroffen wären die Nutzfahrzeuge der Marken Scania, VW und MAN.

Der integrierte Autokonzern aus Volkswagen und Porsche soll im Jahr 2011 stehen. Derzeit verzögern rechtliche und steuerliche Fragen den Prozess. VW-Lenker Piëch nährt Spekulationen, das neue Gebilde könne den Traditionsnamen Auto-Union bekommen. Die Rechte liegen bei Volkswagens Premiumtochter Audi. "Auto-Union haben wir seit 25 Jahren geschützt", sagte Piëch. Der Name sei aber derzeit kein Thema.

Denn Probleme dürfte der Begriff den Wolfsburgern vor allem international bereiten, da Union im Englischen für Gewerkschaft steht. Zudem sei fraglich, ob der Konzern sich im schwierigen Jahr 2010 an die teure Umbenennung mache, hieß es in Unternehmenskreisen. Ungeklärt ist auch, welche Auswirkungen ein neuer Konzernname für die Gültigkeit des VW-Gesetzes hätte, das sich auf die Volkswagen AG bezieht.

Weite Teile der VW-Sonderregeln wie die Sperrminorität bei 20 Prozent der Stimmrechte sollen zwar ohnehin in der Satzung des fusionierten Unternehmens aus VW und Porsche verankert werden. Ausgerechnet die für die Arbeitnehmervertreter entscheidende Regelung, dass Standortänderungen im Aufsichtsrat eine Zwei-Drittel-Mehrheit benötigen, lässt sich aber nur gesetzlich regeln.

Volkswagens Arbeitnehmervertreter sehen keinen Änderungsbedarf beim Konzernnamen. In Kreisen des Betriebsrates heißt es, man sei sich zwar häufig mit Chefaufseher Piëch einig, aber in diesem Fall würde es der Betriebsrat begrüßen, wenn Volkswagen auch künftig Volkswagen heiße. Betriebsratschef Bernd Osterloh lässt bereits Aufkleber für die Heckscheibe verteilen: "Volkswagen muss Volkswagen bleiben", steht dort. Osterloh muss sich im März der Wahl zum Betriebsrat stellen.

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