Neuwagen
Deutsche Autohersteller kappen Rabatte

Während die Importeure zum Teil weiter an der Rabattschraube drehen, reduzieren die deutschen Autobauer Audi, BMW, Mercedes und insbesondere Volkswagen ihre Preisnachlässe. Damit werden für den Kunden 2011 diese Autos teurer. Schnäppchen sind vor allem bei den Importeuren zu haben.
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STUTTGART. "Wir gehen davon aus, dass das Rabattniveau im Autojahr 2011 weiter zurückgeht", sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen.

Das Institut beobachtet in einer Langzeitstudie die Preisgestaltung im deutschen Autohandel. Die gute Konjunktur mache 2011 bessere Margen für Händler und Hersteller möglich, so Dudenhöffer. Im Umkehrschluss heißt das aber: Für den Kunden werden die Autos teurer.

Insbesondere beim VW Golf wurden in diesem Monat die Rabatte gestrichen. So bieten die großen Internetvermittler den VW Golf im Dezember mit einem durchschnittlichen Rabatt von 13,8 Prozent an - im November waren es noch 17,2 Prozent. Und vor Jahresfrist war der Golf noch für mehr als 20 Prozent unter Listenpreis zu haben.

Rabatte von 7,4 bis 23,9 Prozent

In den Angeboten der Internetvermittler sieht Dudenhöffer einen wesentlichen Indikator zur Beurteilung der Rabatte im Autohandel. Die Vermittler leiten die Kaufanfragen der Kunden an klassische Markenhändler weiter. Der Kauf erfolgt damit im markengebundenen Autohaus, wenn auch nicht direkt um die Ecke. Der Trend, dass immer mehr Neuwagenkäufer vor Abschluss eines Kaufvertrags im Internet Angebote einholen, setze sich fort.

Von November auf Dezember dieses Jahres sind laut CAR-Studie die Nachlässe für die 25 zulassungsstärksten Modelle bei Internetvermittlern von 15,7 auf 14,6 Prozent gesunken. Die Berechnung des Durchschnittswertes basiert dabei auf der Recherche der Angebote der großen Internetvermittler autohaus24.de, carneoo.de, MeinAuto.de und price-optimizer.de. Die Spanne der Preisnachlässe liegt bei den Fahrzeugen deutscher Hersteller zwischen 7,4 Prozent für eine Mercedes A-Klasse und 23,9 Prozent für einen Opel Insignia.

Schnäppchen sind aber vor allem bei den Importeuren zu haben. So sponsert Fiat seine verbrauchsarmen Kleinwagen mit einem "Eco-bonus" von 4 000 Euro. Das Modell Panda Diesel geht so für 9 000 Euro an den Kunden. Auch Citroen, traditionell einer der Rabatttreiber im Markt, gibt seinen Kunden bis Jahresende zu den normalen Rabatten von bis zu 5 000 Euro noch ein "Weihnachtsgeld" von 1 000 Euro dazu. Das Modell Berlingo bekommen die Kunden auf diese Art für 28,5 Prozent unter Listenpreis.

Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Als Privatverbraucher einen neuen Pkw zu erwerben, ist ohnehin eine der grössten machbaren Geldvernichtung. Dann sollen die Hersteller ihren Haufen blech doch behalten. im übrigen finde ich die Pkw-Preise ohnehin astronomisch hoch; wo hat man denn früher 50T DM für einen neuen pippligen Golf gezahlt? Aber: einer muss ja neu kaufen. Aber nicht ich.

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