Neuwahlen zum Aufsichtsrat
Denkzettel für Arcelor

Auf der heutigen Hauptversammlung des luxemburgischen Stahlkonzerns Arcelor haben die Aktionäre den Aufstand geprobt: Institutionelle Investoren aus Europa und den USA kündigten im Vorfeld der Aktionärsversammlung an, bei den Neuwahlen des Aufsichtsrats gegen einzelne Kandidaten zu stimmen.

DÜSSELDORF. Sie wollten der Arcelor-Spitze einen Denkzettel verpassen, da sie deren Maßnahmen im Abwehrkampf gegen die weltweite Nummer eins, Mittal, für fragwürdig halten. Die Opponenten könnten ein Viertel der Stimmen auf sich vereinigen, hieß es in Finanzkreisen.

Mittal hatte Ende Januar angekündigt, den Branchenzweiten Arcelor für 19 Mrd. Euro übernehmen zu wollen. Arcelor sowie die Regierungen Luxemburgs und Frankreichs stufen die Attacke als feindlich ein. Die Arcelor-Aktionäre sollten heute auf der Hauptversammlung nicht über das Mittal-Angebot abstimmen. Die Prüfung der Offerte durch mehrere europäische Börsenaufsichten verzögere sich, teilte Mittal mit.

Die Kritik der Opponenenten konzentriert sich auf zwei Punkte: Arcelor hat den kanadischen Stahlhersteller Dofasco an eine niederländische Stiftung übertragen und damit einen Weiterverkauf blockiert. Außerdem sollen die Arcelor-Aktionäre eine Treueprämie von 5 Mrd. Euro erhalten, falls sie das Mittal-Angebot ablehnen. „Das Management scheint vor allem sich selbst und nicht die Interessen des Unternehmens zu verteidigen“, befindet die französische Aktionärsschützerin Colette Neuville. Das Ergebnis des Aufsichtsratswahlen lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor.

Markus Hennes
Markus Hennes
Handelsblatt / Teamleiter Sport
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