„Nicht im Interesse des Konzerns“
EADS sieht Beteiligung der Russen kritisch

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern ist wenig begeistert vom Anspruch des russischen Staates auf Sitz und Stimme in der EADS-Führung. Die Airbus-Mutter will ihre internen Regeln jedenfalls nicht zu Gunsten von Russland ändern.

HB PARIS. Moskaus Ambitionen schüfen „Probleme, denn wir sind eine Industrie, die nationale Souveränität garantiert“, sagte der Chef des Kampfflugzeugbauers Dassault Aviation, Charles Edelstenne, am Donnerstag in Paris. EADS ist mit 45,76 Prozent an Dassault Aviation beteiligt. Am Vorabend hatte sich der EADS-Co-Präsident und Großaktionär Arnaud Lagardère kritisch zu dem russischen Interesse geäußert. Partnerschaften mit der russischen Industrie seien gut für EADS, sagte Lagardère in Paris. Er sei aber „nicht davon überzeugt“, dass man dazu „die Zusammensetzung des Verwaltungsrates oder gar den deutsch-französischen Aktionärspakt ändern“ solle.

Der russische Staat hat über eine Bank gut fünf Prozent der EADS-Anteile erworben. In dem EADS-Aktionärspakt sind die Anteile der Konzerngründer Daimler-Chrysler, Lagardère und des französischen Staates gebündelt. Mitgründer Spanien ist faktisch auch mit dabei. Der Aktionärspakt gibt den Gründern eine stabile Mehrheit an EADS.

Es sei jedoch nicht im Interesse des Konzerns, die Gruppe der industriellen Anteilseigner zu erweitern, teilte EADS am Donnerstag mit. Russland hatte am Dienstag jedoch Interesse signalisiert, seinen Anteil von 5,02 Prozent auf eine Sperrminorität zu erhöhen.

Russland engagiert sich in einem Augenblick bei EADS, wo die größte EADS-Tochter Airbus mit erheblichen Produktionsproblemen zu kämpfen hat und der britische Rüstungskonzern BAE Systems bei Airbus aussteigen will. BAE Systems will seinen 20-Prozent-Anteil im Oktober an EADS abgeben. Am Mittwoch schloss BAE-Chef Mike Turner nicht aus, dass sich die Auslieferung des Airbus A380 weiter verzögert. Zudem diagnostizierte er erhebliche Risiken beim Militärtransporter A400M und höhere Finanzierungskosten für die EADS-Aktionäre bei künftigen Flugzeugprojekten. Lagardère sagte dazu, die Analyse der Airbus- Probleme solle bis zur Sitzung des EADS-Boards am 29. September vorliegen.

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