Nicht mehr nur für die USA
VW verschiebt Markteintritt des „Microbus"

Der neue Kleintransporter Microbus wird in Hannover produziert, das gilt mittlerweile als sicher. Der ursprünglich auf den US-Amerikanischen Markt ausgerichtete Wagen soll ab 2007 international vertrieben werden. Er soll nun zudem noch mehr Teile aus dem neuen T5 beinhalten. VW erhofft sich dadurch Synergie-Effekte.

HB WOLFSBURG/HANNOVER. Das Modell solle nicht mehr ausschließlich in den USA verkauft werden, sagte Konzernsprecher Thomas Mickeleit am Mittwoch in Wolfsburg. Ursprünglich hatte Europas größer Autobauer das neue Modell bereits ab 2006 in seinem Werk in Hannover bauen wollen.

Angesichts der für Volkswagen ungünstigen Währungsrelationen zwischen Dollar und Euro und der schwierigen Marktverhältnisse sei das Projekt nicht mehr wirtschaftlich zu realisieren, sagte Mickeleit. Gleichzeitig findet damit das von Konzernchef Bernd Pischetsrieder eingeleitete Sparprogramm „ForMotion“ ein erstes populäres Opfer in der Modellpalette. Im Rahmen des Sparprogramms werden derzeit konzernweit alle Projekte auf den Prüfstand gestellt, um bis Ende 2005 zwei Milliarden Euro zusätzlich einzusparen. An dem innovativen Beschäftigungsmodell „5000 mal 5000“, in dessen Rahmen für den Microbus 1500 Arbeitsplätze geschaffen werden sollen, will VW dabei festhalten - allerdings werden die Beschäftigten entsprechend später eingestellt.

Die Entscheidung sei nach einem „engen“ Dialog zwischen Vorstand und Arbeitnehmervertretung des Nutzfahrzeugwerkes in Hannover getroffen worden, teilte der Konzern weiter mit. Bereits Mitte März war die Rede davon gewesen, VW stelle das Projekt „5000 mal 5000“ in Frage. Das von Arbeitsdirektor Peter Hartz entwickelte Modell, bei dem Arbeitslose für die Produktion von zwei neuen Automodellen eingestellt werden sollen, hatte bei seiner Ankündigung vor zwei Jahren bundesweit für große Aufmerksamkeit gesorgt, weil damit der Trend zum Personalabbau umgekehrt und Arbeitslosen eine neue Perspektive gegeben werden sollte.

Negative Währungseffekte

Das Modell sieht vor, dass 5000 Arbeitslose aus Niedersachsen eingestellt werden, um für monatlich 5000 DM (2556 Euro) eine feste Stückzahl Autos zu bauen. Für den Bau des Van-Modells „Touran“ sind in Wolfsburg bereits 3500 Arbeitsplätze geschaffen worden. Weitere 1500 sollen für den Microbus entstehen. Mit dem Freizeitmodell wollte VW ursprünglich an die Erfolge des VW-Bully anknüpfen.

Die negativen Währungseffekte, die VW das Modell nun überarbeiten lassen, hatten die Konzernbilanz im vergangenen Jahr um 1,6 Milliarden Euro geschmälert. Dies hatte mit dafür gesorgt, dass der Gewinn im vergangenen Jahr einbrach. Im Auftaktquartal 2004 summierten sich die Ergebnisbelastungen durch die Währungsrelationen auf weitere 300 Millionen Euro. Finanzchef Hans Dieter Pötsch hat das Erreichen des Vorjahresgewinns in diesem Jahr davon abhängig gemacht, dass der Euro-Kurs nicht über 1,25 Dollar steigt. Über diesem Niveau werde es schwierig, sagte er bei der Präsentation der Quartalszahlen Ende April. Am Mittwoch notierte der Euro leicht oberhalb von 1,20 Dollar.

Trotz der Nachricht über die Verschiebung des „Microbus“-Starts schloss die im Deutschen Aktienindex notierte VW-Aktie mit 35,88 Euro gut Prozent im Plus und damit im Trend des Gesamtmarktes.

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