Nici-Insolvenzverfahren eröffnet
Hoffnung für „Goleo“-Hersteller

Das Amtsgericht Coburg hat am Dienstag das Nici-Insolvenzverfahren eröffnet. Damit gibt es für den seit Mitte Mai insolventen Hersteller des WM-Maskottchens „Goleo“ wieder Anlass zur Hoffnung, denn nun ist der Weg frei für Verhandlungen mit Investoren, sagte Insolvenzverwalter Michael Jaffé.

HB ALTENKUNSTADT/COBURG. Die Möglichkeit für eine dauerhafte Fortführung des Unternehmens mit Sitz im oberfränkischen Altenkunstadt sei näher gerückt. „Es gibt eine beträchtliche Nachfrage von Interessenten aus den In- und Ausland“, sagte Jaffé. Gespräche mit potenziellen Investoren bei dem Produzent des WM- Maskottchens Goleo sollen schon in Kürze beginnen. Erste Ergebnisse seien aber voraussichtlich erst in einigen Monaten zu erwarten. Der Geschäftsbetrieb gehe inzwischen weiter. Vom 25. bis 28. August will die Nici AG auf der Branchenmesse „Tendence“ in Frankfurt ihre Produktneuheiten vorstellen.

Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens muss der Plüschtierhersteller nun seine Kosten selbst erwirtschaften. Dazu ist nach Jaffés Meinung eine Kostensenkung von etwa 35 bis 40 Prozent notwendig. „Wir haben dabei eine Fülle betriebswirtschaftlicher Mängel und das erhebliches Potenzial für Effizienzsteigerungen festgestellt. Die Mängel haben wir abgestellt und das Potenzial schöpfen wir jetzt nach und nach aus“, sagte der Insolvenzverwalter. An Stelle ihrer Löhne und Gehälter erhielten die Mitarbeiter bis zum 31. Juli Insolvenzgeld von der Agentur für Arbeit.

Die Nici AG hatte am 16. Mai Insolvenzantrag gestellt. Nur wenige Tage später wurde Firmengründer Ottmar Pfaff wegen des Verdachts des besonders schweren Betrugs und der Untreue verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, mit Luftbuchungen Umsätze vorgetäuscht zu haben und die offenen Forderungen verkauft zu haben.

Ein Abschluss für das Geschäftsjahr 2005 für die Nici AG liegt bislang noch nicht vor. Nach bisherigen Schätzungen beläuft sich der Umsatz aber nicht, wie zunächst angegeben auf rund 155 Millionen, sondern auf deutlich unter 100 Mill. Euro. Zuletzt hatte der Plüschtierhersteller 576 Mitarbeiter. Insgesamt 123 Beschäftigte müssen das Unternehmen verlassen.

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