Nie Werbung mit Homosexuellen
„Arrivederci, Barilla“

Mit seiner Bemerkung über homosexuelle Paare mit Kindern sorgt Nudelboss Guido Barilla für Empörung. Im Netz wird der Boykott des Konzerns gefordert. Der rudert jetzt zurück und spricht von einem Missverständnis.
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DüsseldorfBei Barilla ist die Welt noch in Ordnung: Kochende Mamas, lächelnde Kinder und dampfende Pasta. Das ist die Welt von Guido Barilla, dem Chef des italienischen Lebensmittelriesen. Dass in dieser Welt andere Lebenskonzepte keinen Platz haben, machte das Firmenoberhaupt am Mittwoch in einem Interview mit einem italienischen Radiosender deutlich.

Darin erklärte Barilla: „Wir werden keine Werbung mit Homosexuellen schalten, weil wir die traditionelle Familie unterstützen. Wenn Homosexuellen das nicht gefällt, können sie Pasta eines anderen Herstellers essen". Er sei zwar für die gleichgeschlechtliche Ehe, aber nicht für ein Adoptionsrecht der Paare. Denn es sei für sie „kompliziert“, Kinder großzuziehen.

Kaum gesagt, schon tobte das Netz. Auf Twitter folgten daraufhin Boykottaufrufe. Der international agierende Konzern bekam nicht nur aus Italien Schelte, auch in Australien, Dänemark oder Gorßbritannien regt sich die Kritik. Barilla rudert mittlerweile zurück. Er habe „Empfindlichkeiten“ nicht verletzen wollen, erklärte Guido Barilla am Donnerstag. In seiner Erklärung vom Donnerstag bekräftigte Barilla seine Unterstützung für die Homo-Ehe. Doch betonte er auch, mit Barilla würden traditionelle Familien identifiziert.

Die Entschuldigung findet dennoch kaum Beachtung, scheint die Wut auf das Unternehmen noch zu verstärken. Auch auf der deutschen Facebook-Seite des Unternehmens sind die Nutzer empört. So schreibt Roman H.: „Nach so deutlichen Worten von der Firmenspitze und der zusätzlichen Provokation durch eine nicht einmal ansatzweise glaubhafte Entschuldigung werde ich, ungeachtet jeder möglichen zukünftigen Rettungsaktion ihres Rufes, die Produkte von Barilla selbstverständlich nicht mehr kaufen und die Kunde weitertragen.“, auch Mattis K. wird deutlich: „Schweinerei! da nützt auch eine herzlose Entschuldigung nichts! mit der Aussage habt ihr eurer Marke richtig geschadet!“ Marc G. macht es kurz: „Arrivederci Barilla!“

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„Arrivederci, Barilla“

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Schwule und Lesben als Zielgruppe

Kommentare zu " Nie Werbung mit Homosexuellen: „Arrivederci, Barilla“"

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  • Tatsachen sind sachlich.

  • Als Italiener muss ich schweren Herzen feststellen, [...] Es steckt in einer schweren Wirtschaftskrise und bekämpft einen der großen Arbeitgeber in Italien. Sollte der Umsatz deswegen weltweit dramatisch sinken, gehen dringend benötigte Arbeitsplätze in Italien verloren. Was für eine Idiotie. Ein Phänomen der gegenwärtigen Hyper-Dekadenten westlichen Gesellschaft. Obama und co sind angetreten um die Krise zu überwinden, [...]

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • So, ich kaufe jetzt doppelt so viele Barillanudeln ! Wenn der Herr nicht gleich zuruechgerudert haette wuerde ich 4 mal so viele kaufen. [...] Das ganze Thama interessiert 95% der Bevoelkerung nicht mal ansatzweise.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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