Niedergang eines Weltkonzerns
Chronik: Wechselvolle AEG-Geschichte

Dem Nürnberger AEG-Hausgeräte-Werk droht trotz hoher Auslastung das Aus. Der schwedische Mutterkonzern Electrolux will künftig billiger produzieren und daher nach Polen gehen. Die wichtigsten Stationen der wechselvollen AEG-Geschichte:

1883: Erwerb der Edison-Patente für Deutschland von Emil Rathenau und Gründung der Deutschen Edison-Gesellschaft (DEG).

1887: Umbenennung der DEG in Allgemeine Electricitätsgesellschaft AEG.

1907: Unter Rathenau wächst die AEG zu einem der größten Konzerne der Welt.

1914-1918: Im Ersten Weltkrieg ist AEG einer der großen deutschen Rüstungslieferanten.

1922: Gründung des Nürnberger AEG-Werkes.

1945: Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs beschäftigt AEG 200 000 Menschen - darunter viele Tausende Zwangsarbeiter. Nach dem Krieg startet AEG eine Aufholjagd auf den Rivalen Siemens.

1950: Beginn der Produktion von Kühlgeräten im Werk Kassel.

1961: Im Werk Rothenburg ob der Tauber wird die Produktion elektrischer Kühlgeräte aufgenommen, ab 1963 werden dort auch Herde und ab 1965 Staubsauger hergestellt.

1970er Jahre: AEG steckt in der Krise und rettet sich mit Notverkäufen. Die verlustreiche Reaktorabteilung wird in die Siemens gehörende Kraftwerks-Union (KWU) eingebracht.

1985: Daimler-Benz übernimmt die Aktienmehrheit der AEG. Doch der Versuch, einen Technologiekonzern zu schmieden, scheitert.

1994: Electrolux übernimmt die AEG Hausgeräte GmbH (Nürnberg).

1997: AEG Hausgeräte kündigt die Streichung von 1500 der bundesweit 8500 Stellen an.

2001: Electrolux schließt die AEG-Staubsaugerproduktion im fränkischen Rothenburg ob der Tauber mit 400 Beschäftigten.

2001: Electrolux kündigt die Schließung der hessischen Standorte Herborn-Burg (Produktion von Kochfeldern) und Kassel (Kühlgeräte) an. Die Herstellung von Herden und Kochmulden wird in Rothenburg ob der Tauber konzentriert.

2003: Produktionsrekord in Nürnberg: Mehr als 1,8 Millionen Waschmaschinen, Geschirrspüler und Trockner werden gefertigt.

Februar 2005: Electrolux will mehr als ein Dutzend Werke in „Hochlohnländern“ schließen.

Juni 2005: Electrolux prüft wegen „hohen Preisdrucks“ die Schließung des Standorts Nürnberg mit 1750 Beschäftigten.

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