Niederländer übernehmen US-Konzern Huntsman
Basell formt Chemieriesen

Mit dem Kauf der amerikanischen Huntsman-Gruppe für 9,6 Milliarden Dollar einschließlich Schulden will der niederländische Kunststoffhersteller Basell unter die führenden Chemiekonzerne der Welt aufrücken.

FRANKFURT. Der Zusammenschluss der beiden Unternehmen zu einem Konzern mit rund 24 Mrd. Dollar Umsatz forciert den Konzentrationstrend in der noch stark fragmentierten Chemiebranche. Es handelt sich um die zweitgrößte Transaktion nach dem Kauf von GE-Plastics durch den arabischen Chemieriesen Sabic. Branchenkenner rechnen mit weiteren größeren Übernahmen. Unter anderem gehen sie davon aus, dass die niederländische Akzo eine erhöhte Offerte für die britische ICI vorlegen wird. Thomas Rings, Chemieexperte bei der Unternehmensberatung AT Kearney, erwartet, dass sich die Industrielandschaft in der Chemie in den nächsten Jahren komplett verändern wird.

Die Übernahme von Huntsman durch Basell untermauert zugleich die starke Rolle von Finanzinvestoren. Denn Basell wird über die Holding Access Industries vom US-Finanzinvestor Len Blavatnik kontrolliert.

Er erwarb das Unternehmen vor zwei Jahren in einer stark kreditfinanzierten Transaktion von BASF und Shell und sicherte sich vor wenigen Wochen auch einen achtprozentigen Anteil am US-Chemiehersteller Lyondell. Blavatnik ist damit offenbar bestrebt, aus Basell einen diversifizierten Chemiekonzern aufzubauen.

Es wäre nach der britischen Gruppe Ineos bereits der zweite Vertreter unter den Top 10 der Chemiebranche, der von Finanzinvestoren zusammengebaut wurde. In der Ineos-Gruppe hat der britische Unternehmer Jim Ratcliffe unter anderem frühere Chemiegeschäfte von BP, Degussa, BASF und Norsk Hydro zusammengefasst.

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