Niedersachsens Ministerpräsident
Wulff sieht sich bei VW nicht isoliert

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff hat seine Rolle im Aufsichtsrat von Volkswagen verteidigt. Zudem will der in einer Umstrukturierung steckende Autokonzern von einer Schließung seines Werkes in Brüssel absehen. Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt prüft unterdessen einen möglichen Insiderhandel.

HB HANNOVER. Christian Wulff (CDU) sieht sich im Aufsichtsrat von Volkswagen nicht isoliert. Ein Regierungssprecher verwies am Montag in Hannover darauf, dass etwa Arbeitnehmervertreter und Landesregierung gemeinsame Interessen vor allem in Sachen Beschäftigungssicherung bei VW hätten. SPD- Landtagsfraktionschef Wolfgang Jüttner hatte kritisiert, Wulff habe sich bei VW gegenüber Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite gleichermaßen „vollständig isoliert“. Jüttner forderte den Rückzug Wulffs aus dem VW-Aufsichtsrat.

Wulff hatte am Wochenende erneut gefordert, dass sich VW- Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, der gleichzeitig Miteigentümer von VW-Großaktionär Porsche ist, 2007 von diesem Amt zurückziehen soll. Wulff soll sich vor zwei Wochen als einziges Mitglied des VW- Aufsichtsratspräsidiums für Vorstandschef Bernd Pischetsrieder eingesetzt haben. Die vorzeitige Ablösung von Pischetsrieder, der durch Audi-Chef Martin Winterkorn ersetzt wird, soll maßgeblich von Piëch betrieben worden sein. Bei der VW-Aufsichtsratssitzung am vergangenen Freitag haben dem Vernehmen nach zahlreiche Aufsichtsräte Kritik an Piëch geäußert.

Jüttner hatte der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Montag) gesagt, die Interessen des Landes bei VW drohten unter die Räder zu kommen, weil sich Wulff unprofessionell verhalte. Während Wulff ein Ende der Personaldebatten fordere, fache er sie selbst immer wieder neu an.

Die Staatskanzlei teilte als Reaktion mit, Wulff sei „auf ausdrücklichen Wunsch des Gesamtbetriebsratsvorsitzenden in den Aufsichtsrat von Volkswagen gegangen, um sich damit als Land in besonderer Weise zu VW zu bekennen“. Wulff sitzt seit April 2003 im VW-Aufsichtsrat. Der damalige VW-Gesamtbetriebsratschef hieß Klaus Volkert, der im Sommer 2005 wegen seiner Verstrickung in die VW- Affäre zurückgetreten war.

Zudem teilte die Staatskanzlei mit: „Ministerpräsident Christian Wulff und Wirtschaftsminister Walter Hirche sind dem Gemein- und dem Unternehmenswohl verpflichtet, während alle anderen Aufsichtsräte neben dem Unternehmenswohl Einzel-, Gruppen- oder Firmeninteressen vertreten.“ Das Land Niedersachsen ist nach Porsche zweitgrößter VW- Anteilseigner.

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