Niedersachsens Wirtschaftsminister fordert mehr Härte gegen Mautbetreiber
Toll-Collect-Geschäftsführer unter Druck

Der Geschäftsführer des Mautbetreiberkonsortiums Toll Collect GmbH, Michael Rummel, gerät nach Informationen der Tageszeitung „Die Welt“ wegen möglicher Interessenskollisionen bei der Auftragsvergabe intern unter Druck.

HB HAMBURG. Ein Toll-Collect-Auftrag über Software für 400 000 Bordcomputer sei an die OMP AG, Paderborn, gegangen, deren Aufsichtsrat Rummel angehört, heißt es in einem Vorabbericht aus der Donnerstagausgabe. Bei Toll Collect weise man den Vorwurf der Interessenskollision allerdings zurück. Rummel habe keinen Einfluss auf die Auftragsvergabe an OMP genommen, sagte ein Sprecher auf Anfrage.

Allerdings habe Rummel gewusst, an wen die Aufträge von Toll Collect gegangen sind, auch im Fall OMP. Der Geschäftsführer habe erklärt, er habe sein Aufsichtsratsmandat umgehend niedergelegt.

Die bisherige Pannenserie mit der geplanten Lkw-Maut kann Technologielieferant Siemens nicht schocken. Die Maut hat große Zukunftschancen, meint Siemens-Vorstand Edward Krubasik. „Die in Deutschland für das Mautsystem eingesetzte GSM/GPS-Technologie ist eine sinnvolle und voraussichtlich die beste, die in den kommenden Jahren in Europa zur Verfügung stehen wird“, sagte Krubasik der „Berliner Zeitung“ (Donnerstagsausgabe).

Diese Technologie werde künftig sicherlich auch in anderen europäischen Ländern angewendet. Wenn wie geplant bis zum Jahr 2008 in den EU-Ländern standardisierte elektronische Mautsysteme eingeführt werden, eigne sich das deutsche System sehr gut dafür, sagte Krubasik. Siemens ist einer von zwei Lieferanten der Lkw-Maut- Erfassungsgeräte.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP) forderte unterdessen mehr Härte gegen die Betreiber des Mautsystems. „Ich bin dafür, Toll Collect eine letzte Frist zu setzen, bis zu der das Konsortium aus Daimler-Chrysler und Deutscher Telekom ein fehlerfreies Mautsystem installiert haben muss“, sagte Hirche der Hannoveraner „Neuen Presse“ (Donnerstagausgabe). Sollte dies scheitern, müsse der Vertrag mit Toll Collect gekündigt und das ganze Projekt neu ausgeschrieben werden.

Verkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) hatte am Mittwoch „erhebliche Zweifel“ geäußert, dass der auf 2. November verschobene Start für Maut eingehalten werden kann. Auch die Generalprobe für das Mautsystem kommt wegen teils gravierender technischer Mängel nicht in Gang. Am Wochenende hat Stolpe führende Manager des Betreiberkonsortiums zum Krisengespräch geladen.

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