Niedriger Dollarkurs als Problem
Volkswagen will Passat nicht in Mexiko produzieren

Volkswagen will das Mittelklassemodell Passat nicht in Mexiko produzieren. Derzeit wird der Wagen in Emden für den Export in die USA gebaut.

HB HAMBURG. „Es gibt keine Pläne, den Passat für die USA in Mexiko zu bauen“, sagte eine VW-Sprecherin am Montag in Wolfsburg und widersprach damit einem Magazinbericht, VW erwäge wegen des niedrigen Dollarkurses eine Fertigung in dem Land.

VW-Markenvorstand für Produktion und Logistik Reinhard Jung habe lediglich gesagt, dass „Maßnahmen zum Dollar-Euro-Wechselkurs“ ergriffen worden seien. Als Beispiel für die natürliche Absicherung gegen Wechselkursrisiken habe Jung im Gespräch mit dem US-Fachmagazin „Automotive News“ die Produktion des New Beetle und des Jetta in Mexiko genannt.

Das US-Magazin berichtete unter Berufung auf Jung, Volkswagen erwäge den Bau des Passat in Mexiko. VW könne die täglichen Wechselkurs-Kosten nicht ignorieren. „Die Wechselkurs-Situation ist nicht akzeptabel“, zitierte „Automotive News“ Jung. Bei Euro-Kursen über 1,25 Dollar werde Export in die USA zur finanziellen Belastung. Am Montag notierte die US-Währung oberhalb von 1,28 Dollar je Euro.

In dem Werk in Puebla in Mexiko baut VW die Modelle New Beetle, New Beetle Cabrio und Jetta für den Export in die USA. Die Verlagerung von Produktion in den Dollar-Raum ist Teil der Strategie, um sich unabhängiger von Wechselkursschwankungen zu machen.

Den Passat baut VW vor allem im ostfriesischen Emden. Die Fabrik gehört zu den sechs schwach ausgelasteten und teilweise unrentabel arbeitenden westdeutschen Werken, die saniert werden sollen. Die Dringlichkeit der Restrukturierung hatte Konzernchef Bernd Pischetsrieder unlängst auch mit der Wechselkurssituation beim Export in die USA begründet. Das Passat-Werk in Emden habe mittelfristig keine Zukunft, wenn VW nicht die Lage sei, den Passat von dort aus zu auskömmlichen Preisen in die USA zu exportieren, sagte Pischetsrieder.

VW hat beim Export in den Dollar-Raum lange hohe Währungsverluste erlitten, ist inzwischen aber weitgehend gegen Dollar-Risiken abgesichert. Aktuell schlagen vor allem Währungsverluste durch die brasilianische Währung Real beim Export des Kleinwagens Fox nach Europa zu Buche.

Die VW-Aktie verlor in einem insgesamt schwächeren Gesamtmarkt am Montag zeitweise rund fünf Prozent, am Nachmittag notierte der Titel knapp unter 57 Euro 2,4 Prozent im Minus.

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