Nike-Quartalszahlen
Sportindustrie erwartet lange Durststrecke

Die Durststrecke der Sportindustrie ist offenbar noch lange nicht zu Ende. Während andere Branchen die Fabriken wieder hochfahren und die Kurzarbeit beenden, bleiben die Sportartikelhersteller weiter vorsichtig - auch Weltmarktführer Nike. Dessen Markenchef Charlie Denson warnt: "Konsumenten und Händler halten sich zurück."

MÜNCHEN. Der Auftragsbestand des US-Unternehmens liegt derzeit deutlich unter dem des Vorjahres. Nike hat momentan Bestellungen für 6,2 Mrd. Dollar in den Büchern - sechs Prozent weniger als 2008. Das ist bitter, denn hierbei handelt es sich bereits um Ware, die für das wichtige Weihnachtsgeschäft bestimmt ist. Nicht nur deshalb sprach Denson auch von "sehr harten Bedingungen" am Markt.

Mit seiner pessimistischen Prognose macht Nike die Hoffnungen zunichte, die Wettbewerber Adidas zuletzt noch geschürt hatte. Adidas-Chef Herbert Hainer hatte bei der Vorlage der Quartalszahlen Anfang August durchblicken lassen, dass der Tiefpunkt in der Branche wohl erreicht sei.

Dass die Aktienkurse der großen Sportkonzerne am Mittwoch trotz der verhaltenen Aussichten stiegen, hat einen einfachen Grund: Die Anbieter haben gelernt, mit der Wirtschaftskrise umzugehen. Beispiel Nike: Konzernchef Mark Parker hat in den vergangenen Monaten fünf Prozent aller Jobs gestrichen, die Marketingausgaben massiv zurückgefahren, die Verwaltung gestutzt und die eigenen Lager geräumt.

Unter dem Strich gelang es dem Unternehmen aus dem US-Bundesstaat Oregon damit, den Gewinn in dem am 31. August zu Ende gegangenen ersten Quartal des Geschäftsjahrs sogar noch leicht zu steigern. Die Banker an der Wall Street hatten hingegen mit einem geringeren Überschuss gerechnet. Zudem hatten die Experten zuvor erwartet, dass der Auftragsbestand noch stärker einbrechen würde.

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