Nikolai Setzer
Contis Pkw-Reifenchef erwartet Trendwende

Die von der Autokrise gebeutelten Hersteller für Pkw-Reifen haben offenbar das Schlimmste überstanden. Nach dem massiven Absatzeinbruch im laufenden Jahr geht Europas Marktführer Continental jedoch nicht von einer schnellen Erholung aus.

HAMBURG. Die Niedersachsen erwarten aber zumindest einen leichten Zuwachs für das kommende Jahr. "Wir rechnen im Reifenjahr 2010 nicht mit einem signifikanten Aufschwung gegenüber 2009, sondern nur mit einem Plus im Erstausrüster- und Ersatzteilgeschäft von ein bis zwei Prozent", sagte Contis neuer Pkw-Reifenchef Nikolai Setzer dem Handelsblatt. Das Volumen des Reifenmarkts vor der Krise werde mit großer Wahrscheinlichkeit nicht vor 2013 wieder erreicht.

Die Prognose für den Reifenmarkt hellt sich auch aus Sicht von Contis französischem Rivalen Michelin auf. Die Nachfrage nach Pkw-Reifen ziehe wieder an, sagte eine Unternehmenssprecherin vor einigen Tagen. Nachdem viele Abnehmer ihre Lagerbestände drastisch reduziert hätten, müssten sie diese nun wieder auffüllen. Impulse kommen vor allem aus dem Ersatzgeschäft.

Im Markt für Lastwagenreifen sind dagegen bislang keine Anzeichen einer Erholung zu sehen, heißt es in der Branche einhellig. Lkw-Bauer wie Daimler oder MAN haben ihre Produktion seit Jahresbeginn um bis zu 50 Prozent zurückgefahren. Besserung ist nicht in Sicht.

Die Bilanz für das Reifenjahr 2009 wird auch im Pkw-Bereich historisch düster ausfallen, in einzelnen Märkten ist die Trendwende jedoch vollzogen. "In den USA sehen wir im zweiten Halbjahr 2009 eine Trendwende, mit etwas Glück steht am Ende ein Minus von 30 Prozent. In Europa schaffen wir vielleicht noch minus 20 Prozent", sagt Conti-Manager Setzer. Im ersten Halbjahr war der US-Markt um fast die Hälfte eingebrochen, der europäische Markt ist um gut ein Drittel geschrumpft.

Trotz des Abbaus von Produktionsanlagen belasten die Branche weiterhin gewaltige Überkapazitäten. "Auch nach dem Projekt der Schließung unseres Pkw-Reifenwerks im französischen Clairoix und dem damit verbundenen Kapazitätsabbau um rund acht Mio. Reifen pro Jahr kommen wir allein in Europa bei Überkapazitäten von mehr als 18 Mio. Reifen 2009 nicht auf eine Vollauslastung", räumt Setzer ein. Vor einer Woche hatte Conti mitgeteilt, dass Gespräche mit dem Investor MAG aus Dubai über den Verkauf des Reifenwerks in Clairoix gescheitert seien. Weitere Fabriken sind derzeit nicht bedroht. Setzer geht aktuell davon aus, "keine weiteren Maßnahmen durchführen zu müssen".

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