Nischenanbieter legen trotz der Billigkonkurrenz kräftig zu
Mittelständler bringen Bewegung in den Sportartikel-Markt

Der Wettbewerb ist knallhart: Für 39,90 Euro verscherbeln in diesen Tagen Discounter wie Aldi einfache Ski-Jacken. Obwohl die Produkte der Markenhersteller oft das Zehnfache kosten, legen die Umsätze der Qualitätsanbieter derzeit kräftig zu.

MÜNCHEN. Mit einer Mischung aus innovativen Produkten, einer klar umrissenen Zielgruppe und neuen Konzepten im Handel gelingt es vielen Mittelständlern, sich im hart umkämpften Sportmarkt zu behaupten.

„Wer seine Hausaufgaben gemacht hat, der hat derzeit gute Chancen zu wachsen“, sagt Peter Schöffel, Inhaber des Ski- und Outdoorausrüsters Schöffel. Der schwäbische Sportbekleidungshersteller gibt jedes Jahr neun Prozent seines Umsatzes für Forschung und Entwicklung aus. Damit gelingt es Schöffel, regelmäßig mit außergewöhnlichen Angeboten in die Läden zu kommen – etwa einer Ski-Jacke mit eingebauten Protektoren, die es diesen Winter erstmals für 699 Euro zu kaufen gibt. Die hohen Ausgaben für Neuentwicklungen machen sich bezahlt: „Die Vorbestellungen für die nächste Frühjahrskollektion liegen ein Fünftel über dem Vorjahr“, unterstreicht Schöffel.

Das Wachstum ist nicht selbstverständlich, denn der Sportmarkt stagniert seit Jahren. Besserung ist nicht in Sicht: „Wir erwarten in nächster Zeit keine Belebung“, sagt Klaus Jost, Chef von Intersport, Europas größter Händlervereinigung.

Umso beachtlicher ist das Wachstum vieler Nischenanbieter. „Das Wintergeschäft läuft sehr gut, und auch für kommenden Sommer erwarten wir zweistellige Wachstumsraten“, sagt Axel Koska, Geschäftsführer von Salewa. Das Münchener Traditionsunternehmen hat sich ganz auf Bergsport spezialisiert. Die Fokussierung lohnt sich: „In unserem Bereich ist nicht nur der Preis ausschlaggebend“, sagt Koska. Bergsteiger, Ski-Tourengeher und Kletterer würden vielmehr auf technische Details achten. Viele der Salewa-Kunden sind Führungskräfte, da lassen sich höhere Preise leichter durchsetzen als im Massenmarkt.

Den kleinen Anbietern kommt zugute, dass momentan viele Sporthändler die Zahl der Lieferanten herunter fahren, um den Einkauf zu vereinfachen und damit die Kosten zu drücken. Starke Marken hätten jedoch gute Karten, jetzt mehr Platz in den Läden zu bekommen als früher, meint Schöffel: „Dutzende Lieferanten für ein und dasselbe Produkt kann sich heute kein Händler mehr leisten.“ Stattdessen würden die Fachhändler immer öfter auf kleine, separate Shops einzelner Marken innerhalb ihrer Geschäfte setzen.

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