Nissan
Konzernchef verzichtet auf Bonus

Der Vorstand des angeschlagenen japanischen Autoherstellers Nissan setzt ein Zeichen: Für das abgelaufene Geschäftsjahr gibt es keine Boni. Allerdings will der Konzern die Ausschüttung an die Aktionäre erhöhen.

TOKIO. Die Firmenchef Carlos Ghosn kündigte den Aktionären am Mittwoch auf der Hauptversammlung des Unternehmens an, dass das Top-Management erstmals seit 2001 keine Belohnung erhält. Im Jahr 2006 fiel Nissans Nettogewinn um 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – angekündigt war ein Anstieg. Auch der Absatz blieb unter den Erwartungen: Ghosn musste sein Ziel, auf einen Jahresabsatz von 4,2 Millionen Fahrzeugen zu kommen, auf das Jahr 2009 verschieben.

Er und die anderen Vorstandsmitglieder hätten angesichts des gesunkenen Gewinns kein Recht, einen Bonus zu erhalten, sagte Ghosn. Er bestätigte jedoch eine Erhöhung der Dividende von 29 auf 34 Yen. Der Unternehmenschef versprach, im laufenden Geschäftsjahr, das bis März 2008 dauert, bessere Zahlen abzuliefern.

Im vergangenen Jahr hatte der Vorstand insgesamt 390 Mill. Yen (2,5 Mill. Euro) an Zusatzzahlungen eingenommen. Ghosn, der auch das französische Partnerunternehmen Renault leitet, half Nissan in den Jahren 2000 bis 2003 aus einer Krise. Da sein Fokus jedoch auf der Sanierung lag, ließ er nur wenig neue Modelle entwickeln, was sich in den Verkaufszahlen niederschlug. Ghosn will nun zeigen, dass Nissan dem Wachstum der derzeit erfolgreicheren Rivalen Toyota und Honda dauerhaft Paroli bieten kann.

Finn-Robert Mayer-Kuckuk
Finn Mayer-Kuckuk
Handelsblatt / Korrespondent Peking
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