Nissan-Manager Hausch
„Uns geht es bei E-Autos nicht schnell genug“

Niemand verkauft mehr Elektroautos als Nissan. Im Interview verrät der neue Geschäftsführer von Nissan Center Europe Thomas Hausch, wie er die Preise senken will und warum Nissan auf eigenes Carsharing verzichtet.
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EssenHandelsblatt Online: Herr Hausch, heute Sie haben fünf Elektrofahrzeuge an das Carsharing-Projekt „RuhrautoE“ übergeben. Belassen Sie es jetzt dabei oder ist eine tiefergehende Zusammenarbeit geplant?
Thomas Hausch: Grundsätzlich unterstützen wir die Themen Carsharing und emissionsfreies Fahren. Da geht uns die Entwicklung nicht schnell genug. Das Projekt „RuhrautoE“ ist eine gute Unterstützung, um dem Kunden das elektrische Fahren nahe zu bringen. Deshalb wollen wir das Projekt weiter stärken, indem wir „RuhrautoE“ neben den fünf Fahrzeugen noch eine Schnelllade-Station zur Verfügung stellen.

Citroën betreibt in Berlin eine eigene elektrische Carsharing-Flotte mit dem C-Zero. Auch BMW und Daimler setzen beim Carsharing eigene Elektrofahrzeuge ein. Wäre es nicht auch für Nissan Zeit für ein eigenes Carsharing?

Momentan gibt es keine Pläne in diese Richtung. Ich messe die Automobilindustrie lieber daran, wie viele Fahrzeuge wirklich beim Kunden stehen und nicht in irgendwelchen Flotten oder bei Fahrversuchen. Weltweit sind über 65.000 E-Fahrzeuge von Nissan im Einsatz, der Großteil davon bei Kunden und nicht in Flotten. Deshalb besteht aktuell kein Bedarf nach einem eigenen Carsharing.

Warum kommt die Elektromobilität in Deutschland nicht so recht voran?
Gerade in Deutschland gibt es zu diesem Thema noch sehr viele unqualifizierte Kommentare. Ich selbst bin in den letzten anderthalb Jahren 35.000 Kilometer rein elektrisch gefahren, meine Frau weitere 15.000 Kilometer. Man muss es selbst erfahren. Beim Hybrid-Antrieb waren die Bedenken anfangs änhlich hoch: Vor 10 bis 15 Jahren wurde Toyota von den Deutschen für den Prius noch belächelt. Heute bringen die Deutschen eigene Hybridfahrzeuge auf den Markt. Es entsteht langsam ein Bewusstsein für neue Antriebe: Unser Elektroauto Leaf hat sich beispielsweise in den ersten beiden Jahren seines Lebens 30 Prozent besser verkauft als der Prius bei seinem Marktstart.

Trotzdem haben Sie den Einstiegspreis für den Leaf zuletzt deutlich gesenkt, allerdings muss dann die Batterie extra gemietet werden. Was versprechen Sie sich davon?
Das ist kein Wandel von dem bisherigen Konzept, sondern eine Ergänzung. Die Batteriemiete ist nicht Pflicht, sondern eine Option. Wenn ein Kunde heute einen Leaf mit Batterie kauft, kommt er ab einer gewissen Laufleistung pro Jahr günstiger weg als mit einem Verbrenner. Trotzdem werden viele Kunden immer noch von einem relativ hohen Listenpreis abgeschreckt, weil nicht die Gesamtkosten über die Lebenszeit eines Autos betrachtet werden. Hat man allerdings einen vergleichbaren Listenpreis von E-Auto und Verbrenner, müssen nur noch die Kosten für Batteriemiete und Strom mit den Tankkosten gegengerechnet werden. Die Batteriemiete nimmt den Kunden damit ein Stück der Investitionsangst.

Also wird die Batteriemiete bald auch bei weiteren Elektroautos von Nissan, wie zum Beispiel dem e-NV200, angeboten?
Das ist vorstellbar. Wir sind mit den bisher erreichten Stückzahlen ohne Batteriemiete sehr zufrieden, jetzt erweitern wir das Angebot. Die kommenden 12 Monate werden zeigen, wie die Miete angenommen wird.

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  • Wenn es "Neigetechnik" bekommt waere das der Mehrwert!

    Wenn nicht wuerde ich den C1 vom "Litmotors" vorziehen.
    http://litmotors.com/

    Ein selbst balancierendes und geschlossenes Zweirad mit Gyro Stabilisatoren :-)

    "...using a KERS to store the energy kinetically in the gyro flywheels"

    Da macht das Kurvenfahren sicher Spass!

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