Nissan
Mit neuen Modellen zur stärksten asiatischen Marke

Früher waren die japanischen Autobauer die beliebtesten Importmarken in Europa, doch inzwischen haben ihnen die Koreaner den Rang abgelaufen. Nissan will nicht kleinbeigeben und mit neuen Modellen zurück an die Spitze.
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GenfNissan hat große Pläne. Bis jetzt sind die Japaner in Europa ganz gut durch die Krise gekommen. Doch das scheint nicht zu reichen: Das vor zwei Jahren ausgerufene Ziel, die stärkste japanische Marke in Europa zu werden, wurde bald erweitert. Jetzt will Nissan die stärkste asiatische Marke in Europa werden.

An wen diese Attacke gerichtet ist, ist klar: den Hyundai-Kia-Konzern. „Die koreanischen Marken sind starke Wettbewerber für uns“, gesteht Paul Willcox, Marketing-Direktor von Nissan in Europa, im Gespräch mit Handelsblatt Online ein. „Sie haben in den vergangenen Jahren stark in Europa investiert und sind auch entsprechend gewachsen.“

Für Willcox ist es aber nicht kriegsentscheidend, die Nummer eins der Asiaten in Europa zu werden. „Wir wollen mehr als fünf Prozent Marktanteil auf dem Kontinent erreichen“, sagt Willcox. „Wenn wir dabei die ein oder andere Marke hinter uns lassen können, ist das für uns eine gute Sache.“

Nissan war in den vergangenen Jahren erfolgreicher als andere Marken, aber nicht in allen Märkten konstant. „Gerade in Westeuropa hatten wir große Unterschiede“, sagt der Nissan-Manager. „Deutschland war für mich eine leichte Enttäuschung.“ In Spanien war Nissan stark, rechnet aber wegen des kollabierenden Marktes mit keinen neuen Steigerungen. Zudem konnten die Japaner im Vereinigten Königreich nicht nur wegen des Werks in Sunderland punkten.

Vom Fünf-Prozent-Ziel ist Nissan aber noch ein Stück entfernt. Im Rekordjahr 2012 kamen sie auf einen Marktanteil von 3,8 Prozent in Europa. Für Willcox ist bereits das ein großer Erfolg, da Nissan in den vergangenen beiden Jahren keine grundlegend neuen Modelle vorgestellt hat. Seit der Präsentation des Juke im Jahr 2010 gab es nur kleinere Modellpflegen. Dass es trotzdem so gut läuft, liegt vor allem an den zahlreichen Crossover-Modellen der Japaner. Mit dem 2006 eingeführten Qashqai war Nissan einer der Vorreiter im Segment der Kompakt-SUVs. „Wir haben alleine im vergangenen Jahr 250.000 Qashqais verkauft“, sagt Willcox. „Auch der Juke läuft sehr gut.“

Das zukünftige Wachstum soll aber nicht nur aus Modellen kommen. „Wer sich nur auf die Produkte konzentriert, der wird versagen“, so der Marketing-Manager. „Sie sind natürlich ein wichtiger Teil, aber nicht der einzige.“ Neben der Produktpalette (15 neue Modelle in drei Jahren) soll das Händlernetz grundlegend überarbeitet werden. In den kommenden zwölf Monaten sollen 120 bis 140 neue Händler in Europa das Netz erweitern.

Doch es sollen nicht nur neue Händler dazukommen. „Wir haben Handelspartner, die sehr stark sind, aber auch schwache“, stellt Willcox fest. „Wir haben eine ziemlich aggressive Strategie, mit der wir unseren Partnern helfen wollen, sich zu entwickeln.“ Im Klartext: Wenn ein Händler sich nicht verbessern kann, fliegt er raus.

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