Nobelkarosse Phaeton läuft verkauft sichschlecht – Gewerkschaft kritisiert Kurs des Managements
Volkswagen scheitert mit Luxusstrategie

Der Versuch der Volkswagen AG, mit ihrem Luxusmodell Phaeton aus dem angestammten Marktsegment nach oben herauszufahren, ist gescheitert. Selbst Verkaufsprämien für US-Händler von 10 000 Dollar pro Wagen bringen den Wagen nicht vom Hof.

hof/je FRANKFURT/PORTLAND. Sowohl in den USA als auch in Europa erfüllen die Verkaufszahlen des Phaetons längst nicht die bisherigen Prognosen. In der aktuellen Tarifauseinandersetzung des Konzerns kassiert das Management um VW-Chef Bernd Pischetsrieder daher erneut harsche Kritik des Betriebsrats an seiner Luxusstrategie. Konzernbetriebsratschef Klaus Volkert betonte mit Blick auf den unter Pischetsrieders Vorgänger Piëch gestarteten Ausflug in das Luxussegment, die Beschäftigten seien nicht Schuld daran, dass VW in diesem Jahr seine Ziele verfehle.

Ausgerechnet im gelobten Land der teuren Importmarken, den USA, stehen sich die VW-Luxuskarossen bei den Händlern die Reifen platt. „Ich habe keine Kunden für ein Auto, das mit 7er-BMWs konkurriert und 30 000 Dollar teurer ist als jeder VW vorher“, beschreibt ein Händler in Portland/Oregon die Situation. Und das, obwohl das Auto umgerechnet in den USA billiger angeboten wird als in Europa: „Das liegt einmal am aktuell schwachen Dollar-Kurs, und außerdem müssen wir dem niedrigen Preisniveau der Konkurrenten Rechnung tragen“, begründete das ein Sprecher in Wolfsburg. In den USA sind bestimmte Phaeton-Modelle rund ein Viertel billiger zu haben als in Deutschland. Auch eine mehrfach ausgezeichnete US-Werbekampagne von VW half dem Wagen nicht auf die Sprünge.

Der Volkswagen-Konzern versucht nun mit beispiellosen Anreizen für Händler, den lahmenden Absatz des Luxusmodells Phaeton in den USA anzukurbeln. Für jeden verkauften Phaeton erhielten die Händler jetzt eine Prämie von 10 000 Dollar, sagte der Sprecher von Volkswagen of America, Steve Keyes, dem Handelsblatt. „Wir wollen mit diesem Sonderprogramm helfen, Platz für die neuen Modelle zu schaffen.“

Selbst mit dieser Prämie dürfte VW in diesem Jahr in den USA aber weniger als 2 000 Phaetons absetzen. Bis Ende September konnten die US-Vertragshändler nur gut 1 100 der Luxuskarossen zu Listenpreisen zwischen 68 000 und knapp 100 000 Dollar verkaufen. VW-Chef Bernd Pischetsrieder war bisher davon ausgegangen, jährlich 2 500 bis 3 000 Phaetons in Nordamerika zu verkaufen. Über die Absatzziele für das kommende Jahr „ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen“, sagte Keyes.

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