Noch kein Angebot von Procter & Gamble
Verhandlungen um Beiersdorf auf der Zielgeraden

Die Verhandlungen um einen Verkauf der Beiersdorf- Mehrheit an den Kaffeeröster Tchibo stehen nach Angaben aus Verhandlungskreisen nahe vor ihrem Abschluss. „Wir gehen jetzt in die Zielgerade“, hieß es am Mittwochabend im Umfeld der Verhandlungen.

HB HAMBURG. Am Ende der Gespräche zwischen Tchibo-Chef Dieter Ammer und dem Allianz-Finanzvorstand Paul Achleitner soll ein offizielles Tchibo- Angebot stehen, das die Allianz veröffentlichen müsste. Bislang hüllen sich sowohl die Allianz als auch Beiersdorf und Tchibo in Schweigen.

Tchibo will seinen 30-Prozent-Anteil an Beiersdorf auf eine Mehrheit aufstocken und der Allianz gemeinsam mit anderen Hamburger Investoren ihr Paket von 44 Prozent der Beiersdorf-Aktien abkaufen. Ein Teil der Aktien soll möglicherweise später über die Börse abgegeben werden. Als weiterer Interessent gilt der amerikanische Konsumgüterhersteller Procter & Gamble, der jedoch bislang kein Angebot abgegeben hat. Die letzten Signale aus den USA deuten darauf hin, dass Procter & Gamble nicht gegen den Widerstand von Tchibo und dem Beiersdorf-Vorstand einsteigen will.

Begleitet waren die Verhandlungen von zahlreichen Gerüchten um die Familie Claussen, deren Mitglieder rund zehn Prozent der Anteile halten sollen. Diese Anteile sind aber auf zahlreiche Einzelpersonen verteilt und nicht als Paket verfügbar. Angeblich sollen sich Teile der Familie für den Kauf der Beiersdorf-Tochter tesa interessieren. Der Klebebandhersteller steht jedoch nicht zum Verkauf.

Bundeswirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement (SPD) würde es „begrüßen, wenn das Unternehmen und die Arbeitsplätze in Deutschland erhalten bleiben“. Für ein Eingreifen der Regierung gebe es aber keine Handhabe. „Wir wollen in den Wettbewerb nicht eingreifen“, sagte er der dpa. Der Hamburger Senat befürchtet den Verlust von Arbeitsplätzen, falls Beiersdorf von einem internationalen Konzern gekauft würde, und hat sich deshalb in die Verhandlungen eingeschaltet. Zu dem Konsortium, das die Anteile der Allianz übernehmen soll, gehört auch die HSH Nordbank, das Nachfolgeinstitut der Landesbanken Hamburg und Kiel.

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