Noch keine Einigung mit Norsk Hydro erreicht
Chancen für die Rettung der Aluminiumhütte HAW schwinden

Die Chancen für eine Rettung der von der Schließung bedrohten Hamburger Aluminiumwerk GmbH (HAW) schwinden. Von den ursprünglich zwei Kaufinteressenten für die drittgrößte Aluminiumhütte in Deutschland ist nur noch die Georgsmarienhütte Holding (GMH) des Stahlunternehmers Jürgen Großmann im Rennen.

HB HAMBURG/DÜSSELDORF. Die Essener Trimet AG hatte bis zum Ablauf der Bieterfrist am vergangenen Freitag kein verbindliches Kaufangebot abgegeben. Aber auch der Einstieg der GMH ist noch nicht besiegelt. Wie das Handelsblatt aus Kreisen des Hamburger Senats erfuhr, stellt der HAW-Eigentümer Norsk Hydro Bedingungen, die die GMH nicht erfüllen will. Eine Sprecherin der GMH lehnte gestern eine Stellungnahme ab.

Die drei Eigentümer der HAW, Norsk Hydro, der US-Konzern Alcoa, und die Austria Metall AG (Amag), hatten im Juni beschlossen, große Teile der Produktion zum Jahresende still zu legen. Als Grund führten sie damals die stark gestiegenen Strompreise an, die einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb der Primär-Aluminiumerzeugung (Elektrolyse) in Hamburg über das Jahr 2005 hinaus verhinderten. Von der Schließung wären 450 Mitarbeiter betroffen. Die an die Elektrolyse angeschlossene Gießerei will Hydro in Eigenregie weiter betreiben und hat in der Zwischenzeit beim Kartellamt die Übernahme der Anteile von Alcoa und Amag beantragt. Hydro kontrolliert mehr als die Hälfte der deutschen Aluminiumproduktion.

Strom ist der wichtigste Produktionsfaktor in der Aluminiumindustrie. Auf ihn entfallen rund 38 Prozent der Kosten. Zur Zeit profitiert HAW noch von günstigen Altverträgen und zahlt für eine Megawattstunde Strom 25 Euro. Für Stromlieferungen ab dem Jahr 2006 sind heute aber schon mindestens 42 Euro je Megawattstunde fällig. Die daraus resultierenden Mehrkosten würden bei der HAW pro Jahr mit 34 Mill. Euro zu Buche schlagen – womit HAW nach Ansicht der Alteingentümer im Wettbewerb mit ausländischen Anbietern erhebliche Nachteile hätte. Energieversorger in Spanien und Italien beispielsweise gewähren energieintensiven Unternehmen großzügige Rabatte.

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