Noch keine Kür des Airbus-Chefs
Machtkampf um EADS-Spitze entbrannt

EADS droht ein Imageschaden: Um die Führungsspitze des deutsch-französischen Flugzeugbau- und Rüstungskonzern ist ein öffentlicher Machtkampf entbrannt. Zerstrittene französische Anteilseigner blockieren sich derzeit gegenseitig.

HB PARIS. Trotz des enormen Drucks, die Krise wegen des Imageschadens schnell zu beenden, äußerte sich die Aktionärsholding Sogeade nicht zu der Frage, ob der französische EADS-Co-Chef Philippe Camus in seinem Amt bestätigt oder vom Airbus-Chef Noel Forgeard abgelöst werden soll. Diese Woche werde es keine Erklärung zu der Frage mehr geben, verlautete aus dem Lagardère-Konzern, der die Hälfte der Sogeade- Anteile stellt.

Forgeard wird bei seinem Griff nach dem Chefsessel von Camus massiv von seinem Mentor Staatspräsident Jacques Chirac unterstützt. Der Staat hält die andere Hälfte der Sogeade-Anteile von 30,07 Prozent an EADS.

Die Pariser Regierung machte am Mittwoch erneut ihr starkes Interesse am Führungsstreit deutlich. „Angesichts der wirtschaftlichen, industriellen und verteidigungspolitischen Bedeutung“ achte Paris „sehr sorgfältig auf die Zukunft dieses Unternehmens“, erklärte Regierungssprecher Jean-François Copé. Die Entscheidung müsse „auf der Basis eines guten industriellen Projektes“ getroffen werden. Paris will EADS mit dem Elektronikkonzern Thales verschmelzen, was der französischen Seite ein Übergewicht im Gesamtkonzern geben würde.

Streit nun auch mit Großaktionär Daimler-Chrysler

Der innerfranzösische Machtkampf hat zu einem Führungsstreit mit dem deutschen EADS-Großaktionär Daimler-Chrysler geführt, der ebenfalls 30,07 Prozent der Anteile hält. DaimlerChrysler will nach Angaben von Insidern Forgeards Aufstieg in die EADS-Spitze verhindern, weil der Franzose einer Entwicklung der Militärgeschäfte in den USA im Wege stehe. Forgeard gilt in Amerika als Symbol für den französischen Staatseinfluss bei EADS. Der deutsche EADS-Co-Chef Rainer Hertrich wird 2005 vom Militärexperten Thomas Enders abgelöst werden, der als „Atlantiker“ gilt.

In der französischen Wirtschaftspresse wurde am Mittwoch gestreut, Lagardère habe Chirac nachgegeben und Forgeard akzeptiert. Dafür gab es aber keine Bestätigung.

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