Noch mehr Minus
GM korrigiert mal wieder seine Bilanz

General Motors hatte zum Jahresanfang die Märkte geschockt mit einer Korrektur seiner 2005er Bilanz. Fürs zweite Quartal 2006 wiederholt sich der Vorgang, wenn auch in geringerem Ausmaß.

HB DETROIT. Der weltgrößte Autobauer revidierte am Dienstagabend nach US-Börsenschluss seine Geschäftszahlen für den Zeitraum April bis Juni, die er erst vergangene Woche veröffentlicht hatte. In einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC teilte er mit, der Verlust sei unterm Strich mit 3,4 Mrd. Dollar um 200 Mill. Dollar höher als zunächst angegeben. Der Verlust entstehe durch höhere Steuerforderungen aus dem Verkauf der Mehrheit an seiner seiner Finanztochter GMAC.

GM hatte sich Anfang April nach wochenlangen Verhandlungen mit einem Investorenkonsortium unter Führung von Cerberus Capital Management über einen Teilverkauf seiner Finanzsparte geeinigt. Cerberus übernahm zusammen mit seinen Partnern 51 Prozent von GMAC und zahlt dafür 14 Mrd. Dollar, verteilt über drei Jahre. Zu dem Konsortium gehören auch Citigroup und die japanische Aozora-Bank.

Das Abkommen hatte dem Autokonzern kurzfristig mehr finanziellen Manövrierraum verschafft, löst aber seine drängenden Probleme auf dem Heimatmarkt nicht. Der Absatz lahmt, weil GM für die Ära steigender Benzinkosten die falschen Modelle bietet. Alleine im Juli verkaufte GM nach Zahlen vom Dienstagabend gut ein Fünftel weniger Autos im Vergleioch zum Vorjahr.

Der Konzern hat zu viel Kapazität aufgebaut und zu hohe Kosten angehäuft nach Jahrzehnten von Tarifabschlüssen, die großzügige soziale Leistungen und Vollbeschäftigung garantieren. Zehntausende Mitarbeiter müssen deshalb jetzt gehen – geködert mit Abfindungen –, ganze Werke werden geschlossen und Sozialleistungen abgebaut. Das alles kostet jedoch; nicht zuletzt deshalb wies GM im Quartal den Milliardenverlust aus.



Milliardenkorrektur in 2005

Im März hatte General Motors die Bilanz für 2005 um 2 Mrd. Dollar nach unten korrigiert auf ein Minus von 10,6 Mrd. Dollar. Neben der Insolvenz seiner ehemaligen Tochter Delphi sei das Ergebnis auch durch Einmalaufwendungen für Umstrukturierungen belastet worden, erklärte der Autokonzern damals.

Der Autozulieferer Delphi hatte sich im Jahr 1999 von GM abgespalten. Damals hatte GM zugestimmt, Pensionszahlungen für den Zulieferer zu übernehmen, falls dieser vor 2007 zusammenbricht. Nach der Delphi-Insolvenzankündigung im Oktober hatten Branchenkenner nicht ausgeschlossen, das auch GM Konkurs anmelden muss.

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