Norbert Reithofer
BMW will Audi-Angriff abwehren

BMW will trotz der aktuellen Probleme im nächsten Jahr „der weltweit führende Premiumhersteller“ bleiben und Audi weiter in die Schranken weisen. Konzernchef Norbert Reithofer rechnet 2010 mit einem wieder wachsenden Premium-Segment und will schwarze Zahlen schreiben. Vom Staat forderte er mehr Förderung der Elektromobilität.
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HB DÜSSELDORF. BMW-Konzernchef Norbert Reithofer sagte der "Wirtschaftswoche", der Münchner Autobauer profitiere im Konkurrenzkampf um Premiumkunden auch von neuen Modellen. "BMW hat derzeit im Vergleich zu den direkten Wettbewerbern die durchschnittlich älteste Modellpalette." Das werde sich nach und nach ändern. "Insgesamt wird die BMW Group zwischen 2010 und 2012 ungefähr die Hälfte ihres Produktfolios erneuern."

Das Premiumsegment werde 2010 aller Voraussicht nach wieder wachsen. Für dieses Jahr strebe BMW schwarze Zahlen an, bekräftigte Reithofer laut Vorabmeldung des Magazins vom Samstag. Betriebsbedingte Kündigungen soll es in seinem Unternehmen auch im nächsten Jahr nicht geben. "Wir werden aber weiter auf natürliche Fluktuation, Altersteilzeit und freiwillige Aufhebungsverträge setzen."

Der BMW-Chef plädierte für eine Verlängerung der maximalen Kurzarbeitsdauer. Dies sei besonders für unsere Zulieferindustrie sinnvoll. Inwieweit auch BMW 2010 punktuell von Kurzarbeit Gebrauch machen werde, stehe noch nicht fest.

Technisch setzt Reithofer auf den Hybrid-Antrieb, der auch in den nächsten Baureihen der 5er und 3er-Modelle angeboten werden soll. "Und wenn ich von Hybrid spreche, dann meine ich einen sogenannten Vollhybriden, mit dem man auch kürzere Strecken rein elektrisch fahren kann", sagte Reithofer. Wo immer es sinnvoll sei, wolle BMW dabei mit anderen Herstellern kooperieren. "Ich bin der Meinung, dass nicht jeder Hersteller die nötigen Technologien neu erfinden sollte."

Während Konkurrent Daimler bis 2015 ein wasserstoffbetriebenes Brennstoffstellen-Auto auf den Markt bringen will, ist Reithofer bei dieser Technik skeptischer. "Ich glaube, dass der Wasserstoffantrieb kaum vor 2030 kommen wird." Dagegen werde der Anteil der Elektrofahrzeuge 2020 bereits zwischen fünf und 15 Prozent liegen.

Mehr staatliche Förderung der Elektromobilität verlangt

Weiter forderte Reithofer in dem Interview, die Forschung zur Elektromobilität stärker staatlich zu fördern. Mit Blick auf den Weltklimagipfel in Kopenhagen sagte er, dort müssten „die Weichen gestellt werden für nachhaltige Mobilität“. Die bisherigen Maßnahmen reichten „bei weitem nicht aus“.

Es stelle sich die Frage, „ob es jetzt nicht an der Zeit wäre für eine Forschungsförderung, die den deutschen Herstellern hilft, bei klimafreundlicher Technik insgesamt führend zu werden“. Ohne Elektroautos werde BMW „die CO2-Grenzwerte für 2020 nicht erreichen“, sagte Reithofer. Er äußerte zugleich die Sorge, BMW und andere Hersteller könnten bei der Entwicklung des Elektroautos von China überholt werden.

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