Nordamerika-Chef ausgewechselt
Stühlerücken im VW-Management

In seinem Nordamerika-Geschäft hat Volkswagen mehrere Rückschläge hinnehmen müssen. Nun zieht Europas größter Autobauer Konsequenzen und wechselt den Verantwortlichen für den verlustreichen Bereich aus. Unterdessen hat Volkert in der VW-Korruptionsaffäre ausgesagt.

HB HAMBURG/HANNOVER. Der bisherige Bentley-Vertriebschef Adrian Hallmark löse Len Hunt zum 1. Oktober an der Spitze von Volkswagen of America ab, teilte der Konzern am Freitag in Wolfsburg mit. Hunt übernehme im Gegenzug Hallmarks bisherige Position als Bentley-Vorstand für Vertrieb und Marketing. Analysten sehen im Führungswechsel trotz massiver Probleme von Volkswagen in den USA nicht eine Schuldzuweisung an Hunt.

Hallmark hatte zuletzt maßgeblich dazu beigetragen, dass Bentley in die schwarzen Zahlen zurückkehrte. „Der hat gezeigt, dass er es kann“, sagte ein VW-Sprecher. Analysten sehen das Hauptproblem von VW darin, dass der Erfolg in Nordamerika von gerade zwei Modellen abhängt. Wenn beide Modelle, wie bei Jetta und Passat geschehen, auch noch gleichzeitig erneuert werden müssten, gehe der Absatz vorher automatisch zurück. Zudem habe Volkswagen in den USA Trends verschlafen: Die Wolfsburger bieten auf dem weltgrößten Automarkt keinen Van und prüfen deshalb eine Partnerschaft mit dem Konkurrenten DaimlerChrysler.

Die Verkäufe von VW in den USA sind seit Monaten rückläufig. Besserung versprechen sich die Wolfsburger vom neuen Mittelklassemodell Passat, der seit kurzem in den USA verkauft wird. In Nordamerika erwirtschaftet Volkswagen wegen Fehlern in der Modellpolitik und negativen Währungseffekten hohe Verluste. Auch für das kommende Jahr hat der Vorstand keine Besserung in Aussicht gestellt. Der im Frühjahr als Hoffnungsträger auf dem US-Markt eingeführte neue Jetta hat wegen Qualitätsmängeln und Problemen im Vertrieb die Erwartungen zunächst nicht erfüllt. Der als Sanierer zu VW geholte frühere DaimlerChrysler-Manager Wolfgang Bernhard hat das Nordamerika-Geschäft zu einem seiner wichtigsten Handlungsfelder gemacht, um die Hauptmarke wieder in die Gewinnzone zu führen.

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