Norddeutsche Affinerie
EU hat Bedenken bei Cumerio-Übernahme

Die geplante Übernahme des belgischen Kupferherstellers Cumerio durch die Norddeutsche Affinerie (NA) ist in Brüssel auf schwere Wettbewerbsbedenken gestoßen. Die EU-Kommission will sich dies nun genauer anschauen. Sie habe eine vertiefte Prüfung eingeleitet, teilte die Behörde am Dienstag mit.

HB BRÜSSEL/HANNOVER. Die NA reagierte auf die Nachricht aus Brüssel demonstrativ optimistisch. Sie rechne mit einer raschen Freigabe der Übernahme. Die Untersuchung der Phase zwei sei ein Standardvorgang und bedeute nicht, dass die Übernahme abgelehnt worden sei, sagte ein Sprecher des Hamburger Konzerns. Allerdings sei jede Verzögerung unerfreulich.

EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes erklärte, nach der Übernahme wäre die NA mit Abstand der größte Anbieter von Kupferformaten auf dem europäischen Markt. Die Kommission müsse deshalb die Folgen eines Zusammenschlusses genau prüfen, damit weder Unternehmen noch Verbraucher benachteiligt würden. „Die erste Marktuntersuchung gab Anlass zu ernsthaften Zweifeln, ob der geplante Zusammenschlusses von NA und Cumerio mit dem Gemeinschaftsrecht vereinbar ist“, erläuterte die EU-Kommission. Dies betreffe vor allem die europäischen Märkte für Kupferformate wie Walzplatten und Rundbolzen. Die Überprüfung soll nun binnen 90 Arbeitstagen, also bis zum 5. Februar, abgeschlossen werden.

Nach Angaben der Norddeutschen Affinerie geht es lediglich um ein einzelnes Produkt. Der Konzern will die Bedenken nun zügig ausräumen. „Es ist aus unserer Sicht daher eine Frage der Zeit, bis die Europäische Kommission die Tragfähigkeit unserer Argumente überprüft hat, und wir sind zuversichtlich, bald die Freigabe für den Zusammenschluss mit Cumerio zu erhalten“, sagte NA-Chef Werner Marnette.

In der ersten Phase der Prüfung hatte die NA eine Reihe von Zusagen gegeben, um die Wettbewerbsbedenken der Kommission zu entkräften. Die Marktuntersuchung und die Analyse der Kommission ergaben jedoch, dass diese Zusagen nicht ausreichen, um die Bedenken auszuräumen.

Die Norddeutsche Affinerie hält an Cumerio mehr als 17 Prozent der Anteile. Mit dem österreichischen Mischkonzern A-Tec des Industriellen Mirko Kovats liefert sich die NA seit geraumer Zeit einen Machtkampf um die Vorherrschaft in der europäischen Kupferindustrie. Kovats hält an Cumerio eine Sperrminorität und ist zugleich Großaktionär der Norddeutschen Affinerie.

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