Norddeutsche Affinerie
Investoren bringen sich in Stellung

Europas größter Kupferproduzent hat sich zum ersten Mal seit Monsten wieder mit Investor und Widerpart Mirko Kovats an einen Tisch gesetzt. Ist damit nun das Ende des monatelangen Streit um die Neuordnung der europäischen Kupferindustrie nahe?

DÜSSELDORF. Der Wiener Investors Mirko Kovats hat sich gestern erstmals seit drei Monaten wieder mit der Führunsspitze der Norddeutschen Affinerie (NA) getroffen. Die Gespräche, an denen auch NA-Vorstandschef Bernd Drouven und Aufsichtsratsvorsitzender Ernst Wortberg teilnahmen, verliefen nach Angaben der NA in „angenehmer und konstruktiver Atmosphäre“. Ist damit nun das Ende des monatelangen Streit um die Neuordnung der europäischen Kupferindustrie nahe?

Mag sein. Zumindest dürfte Kovats inzwischen erkannt haben, dass seine Chancen, Europas größten Kupferproduzenten unter seine Kontrolle zu bringen, schwinden. Denn mit der Hansestadt Hamburg hat die NA überraschend einen weiteren Verbündeten im Abwehrkampf gegen Kovats gefunden. Der Senat der Stadt hatte am Dienstagabend mitgeteilt, einen Anteil von fünf Prozent plus eine Aktie an der NA erworben zu haben. Bereits im November war die mehrheitlich staatseigene HSH Nordbank mit 4,2 Prozent bei der NA eingestiegen. Damit halten Aktionäre, die nach eigener Aussage dafür sorgen wollen, dass sich das Hamburger Unternehmen weiterhin gut entwickeln kann, nun einen Kapitalanteil von knapp zehn Prozent.

Auf der anderen Seite steht Kovats. Über die Beteiligungsholding A-Tec Industries, bei der er Vorstandsvorsitzender und indirekt auch Mehrheitsaktionär ist, stieg der Österreicher mit einem Anteil von knapp 14 Prozent zum größten NA-Aktionär auf. Zugleich erwarb A-Tec eine Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Aktie an der belgischen Kupferhütte Cumerio. Diese will die NA für 30 Euro je Aktie oder insgesamt 780 Mill. Euro in bar vollständig übernehmen. Diesen Plan könnte Kovats mit seiner Sperrminorität an Cumerio durchkreuzen. Im Tausch für seine Cumerio-Anteile und als größter NA-Aktionär fordert der Österreicher deshalb zwei Sitze im Aufsichtsrat des Hamburger Unternehmens. Doch an der Elbe zeigt man Kovats die kalte Schulter.

Auf der um fünf Wochen auf den 29. Februar vorgezogenen Hauptversammlung der NA wird ein neuer Aufsichtsrat gewählt. Und mit ihren Aktienpaketen können Stadt und Landesbank den Ausgang der Wahl mitentscheiden. Auf dem Aktionärstreffen 2007 waren nur 37 Prozent des Kapitals vertreten. Ist das auch in diesem Jahr so, könnten schon 20 Prozent des gesamten Kapitals für eine Stimmenmehrheit ausreichen.

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