Nordstream: Weg für zweite Ostsee-Pipeline frei

Nordstream
Weg für zweite Ostsee-Pipeline frei

Die Finanzierung des zweiten Strangs der Nordstream-Pipeline ist unterschrieben. Das ist ein wichtiges Signal für die Energiewirtschaft. Russische Gas gewinnt in Anbetracht der Unruhen im arabischen Raum an Bedeutung.
  • 0

Berlin Der Weg zum Bau des zweiten Strangs der Ostseepipeline ist frei. Die Vereinbarung zur Finanzierung des rund 2,5 Milliarden Euro teuren Nordstream-Projekts wurde am Freitag unterzeichnet. Gerade angesichts der Unruhen im arabischen Raum sei die Leitung zwischen Russland und Westeuropa wichtig, sagte Nordstream-Geschäftsführer Matthias Warnig. „Das bestätigt sich in diesen Tagen“, sagte er. „Russisches Gas war und ist eine zuverlässige Versorgungsbasis.“

Der Bau des zweiten Strangs soll in diesem Sommer begonnen und im April 2012 abgeschlossen werden. Ende 2012 soll die Leitung zwischen Russland und der deutschen Ostseeküste damit seine volle Leistung entfalten. „Wir sind voll im Zeitplan“, sagte Warnig. Der erste Strang soll im nächsten Monat fertig sein und Ende des Jahres erstmals Gas transportieren. Das Gesamtprojekt kostet etwa 7,4 Milliarden Euro. Die Finanzierung wird auch durch Staatsbürgschaften wie etwa über die deutsche Hermes abgesichert.

Die Kosten der zweiten Phase werden zu 30 Prozent von den Anteilseignern von Nordstream getragen, die übrigen 70 Prozent finanziert ein Konsortium von 24 internationalen Banken vor.

Nordstream gehört zu 51 Prozent der russischen Gazprom. Zu je 15,5 Prozent sind E.ON-Ruhrgas sowie BASF-Wintershall beteiligt. Zudem sind die holländische Gasunie sowie GDF Suez aus Frankreich bei dem Projekt mit dabei.

Die Pipeline soll Deutschland und Europa unabhängiger von Gas-Transitländern wie die Ukraine machen. Das Projekt wurde auch maßgeblich von Ex-Kanzler Gerhard Schröder vorangetrieben.

In Polen und den baltischen Ländern, die von der Pipeline umgangen werden, hatte es heftige Proteste hervorgerufen.

Zuletzt gab es allerdings Debatten auch über die Wirtschaftlichkeit besonders der zweiten Phase gegeben. Aufgrund neuer Gasfunde und neuer Fördertechniken hatte der Gaspreis - anders als der Ölpreis - in den vergangenen zwei Jahren stark nachgegeben. Da allerdings die Verträge etwa deutscher Verteiler noch an den Ölpreis gekoppelt sind, macht sich dies auf dem deutschen Markt vergleichsweise wenig bemerkbar. Versuche mit dem Lieferanten Gazprom nachzuverhandeln, sind bislang weitgehend gescheitert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nordstream: Weg für zweite Ostsee-Pipeline frei"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%