Norsk Hydro in der Kritik
Poker um Aluminiumwerk geht weiter

Im Poker um die Zukunft des Hamburger Aluminiumwerkes (HAW) hat die Gewerkschaft IG BCE den Anteilseigner Norsk Hydro scharf kritisiert.

HB HAMBURG. „Die Norsk Hydro treibt mit allen an den Verhandlungen Beteiligten ein mieses Spiel“, sagte der Hamburger Bezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie (IG BCE), Jan Eulen, am Samstag. Das Verhalten von Norsk Hydro sei absolut unverständlich und lasse sich betriebswirtschaftlich nicht nachvollziehen.

Das Angebot des einzig verbliebenen Übernahmeinteressenten, der Georgsmarienhütte, sei noch erläuterungsbedürftig, hatte es am Freitagabend nach den Verhandlungen geheißen. Die von Norsk Hydro vorgetragene Begründung, das Konzept der Georgsmarienhütte sei nicht nachhaltig, sei fadenscheinig, sagte Eulen.

Die drei Eigentümer der Hamburger Aluminium-Werk GmbH - Alcoa (USA), Amag (Österreich) und Norsk Hydro (Norwegen) - hatten wegen der hohen Strompreise für den energieintensiven Betrieb im Juni eine Teilschließung zum Jahresende beschlossen. Nach einem Bericht des „Hamburger Abendblatts“ haben Alcoa und Amag nichts gegen eine Übernahme durch die Georgsmarienhütte, während Norsk Hydro auf eine Stilllegung drängt.

Wird das bisher Gewinn ausweisende Werk dicht gemacht, sind davon rund 450 Beschäftigte in der Elektrolyse und im Anodenbetrieb betroffen, die Gießerei (102 Mitarbeiter) soll erhalten bleiben. Kündigungen wurden wegen der erhofften Weiterführung des Betriebs noch nicht ausgesprochen. Die Aluminiumhütte in Stade gehört ebenfalls dem Mischkonzern Norsk Hydro, das auch wegen der hohen Energiepreise geschlossen werden soll.

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