Norsk Hydro verkauft das Werk
HAW kann wieder starten

Die Essener Trimet-Gruppe übernimmt die stillgelegten Anlagen des Hamburger Aluminium-Werks (HAW) und steigt damit zum größten deutschen Aluminiumproduzenten auf. Um die Stilllegung der rentablen Aluminiumhätte hatte es heftigen Streit gegeben.

HB HAMBURG. Mit der Herstellung besonders hochwertiger Aluminiumprodukte sei das Werk wirtschaftlich zu betreiben, sagte Trimet-Chef Heinz-Peter Schlüter am Mittwoch in Hamburg. Innerhalb von zwölf Monaten soll die Produktionskapazität von 130 000 Tonnen Aluminium jährlich wieder erreicht werden. Dann werde das Werk bis zu 400 Arbeitnehmer beschäftigen, kaum weniger als vor der Stilllegung Ende vergangenen Jahres.

Die bisherigen HAW-Eigentümer Norsk Hydro (Norwegen), Alcoa (USA) und Amag (Österreich) haben mit Trimet eine Absichtserklärung unterzeichnet. Bis Ende Oktober sollen die Details ausgehandelt und ein Kaufvertrag unterzeichnet werden. Einer der wesentlichen Streitpunkte, die Umweltsanierung des Geländes, wurde mit Hilfe der Hamburger Hafenbehörde HPA als Eigentümer des Geländes überbrückt. Die bisherigen Gesellschafter zahlen an die HPA einen zweistelligen Millionenbetrag für die Sanierung und sind damit von künftigen Risiken frei.„Dabei handelt es sich nicht um eine Subvention; es fließt kein Steuergeld“, sagte der Hamburger Wirtschaftssenator Gunnar Uldall (CDU).

Norsk Hydro, Alcoa und Amag hatten die Anodenproduktion und die Elektrolyse der HAW im vergangenen Jahr trotz heftiger Kritik aus Politik und Wirtschaft stillgelegt. Sie begründeten diesen Schritt mit den hohen Strompreisen in Deutschland, die eine wirtschaftliche Produktion auf absehbare Zeit nicht zulassen würden. Die Energiekosten bei der Aluminiumproduktion betragen bis zu 40 Prozent. Die Kritiker warfen den HAW-Eignern dagegen vor, sie wollten eine profitable Hütte schließen, um den Markt zu bereinigen und an anderer Stelle günstiger zu produzieren. Selbst der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) schaltete sich mit einem „Aluminium-Gipfel“ in die Verhandlungen ein, konnte allerdings die Schließung nicht verhindern.

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