Norwegens Regierung fordert mehr Frauen in den Aufsichtsräten
Männerwirtschaft in Norwegen unter Druck

Es wird eng für Nordeuropas Männer: Geht es nach dem Willen der norwegischen Regierung werden sich die Herren der Schöpfung die Plätze in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen bald mit Frauen teilen müssen. Die bürgerliche Regierung in Oslo fordert einen Frauenanteil von 40 Prozent. Nach dem 15. August aber noch vor den Parlamentswahlen am 12. September soll die Verordnung umgesetzt werden.

HB STOCKHOLM. Doch keine Panik: Bestehende Aktiengesellschaften bekommen eine weitere, offenbar notwendige Verschnaufpause von zwei Jahren: Erst Mitte 2007 wird das Gesetz endgültig in Kraft treten. Neue Aktiengesellschaft werden ab 2006 jedoch nur noch registriert, wenn sie vom Start weg die 40 Prozent-Quote erfüllen.

Wirtschaftsminister Børge Brende von der bürgerlichen Regierung ist spürbar ungeduldiger geworden, da es die meisten Unternehmen trotz fünfjähriger Vorankündigung versäumt haben, bis zum Stichtag 1. Juli den Frauenanteil auf freiwilliger Basis deutlich zu erhöhen.

Nach einer Studie des Osloer Zentrums für Unternehmensvielfalt liegt der Frauenanteil in den 500 größten Aktiengesellschaften bei gerade einmal 15,7 Prozent. Insgesamt sitzen 474 Frauen in deren Aufsichtsräten, laut Quote müssten es aber mehr als 700 sein. „Von den geforderten 40 Prozent sind wir also meilenweit entfernt“, sagt die Leiterin des Instituts, Marit Hoel.

Noch ist unklar, was Gesetzesbrechern blüht. Rein theoretisch droht die Aufhebung ihrer Börsenzulassung. Dass es soweit kommt, glaubt aber nicht einmal Wirtschaftsminister Brende. Es sei „unrealistisch“, einen Konzern wie Aker Kvaerner zu zerschlagen, weil der die Quote nicht erfüllt habe, sagte er.

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