Industrie

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Norwegische Energieriese: Ölkonzern Statoil fährt weniger Gewinn ein

Der Energiekonzern erleidet einen Gewinnrückgang. Unterm Strich sinkt der Gewinn von Statoil um elf Prozent. In den nächsten Jahren wollen die Norweger kräftig investieren und die Produktion ausbauen.

Der norwegische Ölkonzern Statoil verzeichnet einen Gewinnrückgang. Quelle: dpa
Der norwegische Ölkonzern Statoil verzeichnet einen Gewinnrückgang. Quelle: dpa

OsloNorwegens größter Energiekonzern Statoil hat im vergangenen Jahr auf hohem Niveau Einbußen beim Gewinn verzeichnen müssen. Das operative Ergebnis des Öl- und Gaslieferanten blieb mit 206,6 Milliarden Kronen (27,8 Mrd Euro) leicht unter dem Vorjahresgewinn von 211,8 Milliarden Kronen, wie da Unternehmen am Donnerstag in Oslo mitteilte.

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Unterm Strich sank der Gewinn sogar um elf Prozent auf 69,5 Milliarden Kronen. Im vierten Quartal ging der operative Ertrag durch ein etwas geringeres Fördervolumen sowie sinkende Preise um 25 Prozent auf 45,8 Milliarden Kronen zurück.

Die größten börsennotierten Ölkonzerne der Welt

  • Die größten Öl- und Gaskonzerne

    Sie fördern und raffinieren Erdöl oder Gas und betreiben riesige Tankstellennetze. Wie viel die zehn größten Öl- und Gaskonzerne der Welt an der Börse wert sind.

    Quelle: Bloomberg, Stand: 26.7.2012

  • Platz 10

    ENI (Italien)

    Der italienische Öl- und Gaskonzern erreicht mit einer Marktkapitalisierung von 70 Milliarden Dollar Rang zehn unter den Energiekonzernen. Das Unternehmen mit Sitz in Rom ist der größte Gasversorger Italiens. Neben dem Öl- und Gasgeschäft mit Exploration, Förderung, Raffinerie und Vertrieb sind die Italiener auch im Stromgeschäft aktiv.

  • Platz 9

    Sinopec (China)

    Der chinesische Mineralölriese zählt zu den größten Energiekonzernen des Landes und erreicht an der Börse eine Marktkapitalisierung von 80,9 Milliarden Dollar. Das Unternehmen mit Sitz in Peking ist im Hang-Seng-Index notiert.

  • Platz 8

    Total (Frankreich)

    Die Franzosen betreiben in Europa ein dichtes Tankstellennetz. In mehr als 30 Ländern fördert der Konzern Öl und Gas. Der Konzern mit Sitz in Courbevoie nahe Paris erreicht einen Börsenwert von 124 Milliarden Dollar.

  • Platz 7

    Gazprom (Russland)

    Der russische Konzern rangiert an der Weltspitze der Gasförderer. Das Moskauer Unternehmen ist an der Börse mit 116 Milliarden Dollar bewertet. Gazprom kontrolliert fast die gesamte Erdgasförderung Russlands.

  • Platz 6

    Petrobras (Brasilien)

    Der halbstaatliche Konzern mit Sitz in Rio de Janeiro hat eine Marktkapitalisierung von 125,1 Milliarden Dollar. Die Brasilianer sind besonders in der Offshore-Förderung von Öl stark. Der Konzern wurde ursprünglich zur Abwehr von US-Konzernen gegründet.

  • Platz 5

    BP (Großbritannien)

    Die Katastrophe im Golf von Mexiko hat den Konzern in Bedrängnis gebracht. Aktuell ist das Unternehmen mit 129,1 Milliarden Dollar bewertet. In Deutschland wird Benzin und Diesel unter der Marke Aral vertrieben.

  • Platz 4

    Chevron (USA)

    Der US-Konzern ist auf dem Parkett 213,4 Milliarden Dollar wert. Die Hauptsitze sind im kalifornischen San Ramon sowie im brasilianischen Fortaleza. Der Konzern ist im Bereich der geothermischen Energiegewinnung führend.

  • Platz 3

    Royal Dutch Shell (Großbritannien)

    Das Unternehmen mit Sitz in London und Den Haag zählt zu den drei größten Öl- und Gaskonzernen der Welt. Shell ist in mehr als 180 Ländern aktiv. An der Börse ist der Konzern mit 216,4 Milliarden Dollar bewertet.

  • Platz 2

    PetroChina (China)

    Die Chinesen schoben sich auf rang zwei der größten Öl- und Gaskonzerne vor. An der Börse ist der Konzern 249,2 Milliarden Dollar wert. Das Unternehmen ist besonders im Sudan aktiv und steht deswegen in der Kritik.

  • Platz 1

    Exxon Mobil (USA)

    Die Spitze der Öl- und Gaskonzerne erobert Exxon Mobil mit einer Marktkapitalisierung von 399,7 Milliarden Dollar. Das Unternehmen entstand 1999 durch den Zusammenschluss von Exxon mit Mobil Oil. Das Unternehmen gilt als Nachfolger der Standard Oil Company des legendären Milliardärs John D. Rockefeller.

Beim Umsatz legte Statoil im Gesamtjahr um neun Prozent auf 705,7 Milliarden Kronen zu, während das vierte Quartal einen Rückgang um acht Prozent auf 159,2 Milliarden Kronen brachte. Konzernchef Helge Lund stufte 2012 als „Jahr mit starken strategischen und operativen Fortschritten für Statoil“ ein. Man habe die Fördermenge wie geplant um acht Prozent gesteigert.

Statoil ist Mitbetreiber der algerischen Gasförderanlage in Amenas, die Mitte Januar von Terroristen angegriffen und besetzt wurde. Zu den dabei ums Leben gekommenen Geiseln gehörten auch fünf norwegische Statoil-Mitarbeiter.

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Der Öl- und Gas-Konzern will in den nächsten Jahren kräftig investieren. 2013 seien 19 Milliarden Dollar dafür vorgesehen. Die Summe solle dann in den Jahren bis 2016 auf durchschnittlich 21 Milliarden Dollar klettern. Mit den Geldern sollen neue Projekte wirtschaftlich erschlossen werden. Die Produktion soll so bis 2020 auf 2,5 Millionen Fässer Öl pro Tag erhöht werden. Derzeit sind es zwei Millionen Barrel jeden Tag. Statoil hat gerade große Fundstellen in der Nordsee und Brasilien, zuletzt auch ein Gas-Fund in Tansania, entdeckt und will diese nun wirtschaftlich ausschlachten.

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