Notensystem
Viele Solaranlagen schneiden schlecht ab

Zehntausende Solaranlagen hat der Energiedienstleister Meteocontrol untersucht. Das Ergebnis: Die meisten Anlagen produzieren weniger Strom, als sie eigentlich könnten.
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DüsseldorfViele Solaranlagen in Deutschland fallen zu oft aus. „Rund 80 Prozent der Solaranlagen produzieren weniger Strom, als sie eigentlich könnten“, sagte Daniel Faltermeier vom Energiedienstleister Meteocontrol dem Handelsblatt (Montagausgabe). Das ergibt eine Analyse von fast 30.000 Anlagen, die Meteocontrol in Deutschland sowie in anderen europäischen Ländern überwacht.

Die Fehler reichen von schlechten Modulen und falschen Standorten bis zur mangelnden Wartung der Anlagen. Das Augsburger Unternehmen Meteocontrol, Weltmarktführer für professionelle Fernüberwachung von Photovoltaik-Anlagen, hat erstmals ein Notensystem entwickelt. Ähnlich wie Moody’s oder Standard & Poors große Banken oder ganze Staaten bewerten, vergibt Meteocontrol Ratings für Solaranlagen. Denn mancher Investor rechnet nicht damit, dass Solaranlagen ausfallen können - und dann keinen Strom liefern.

Die Analyse ist ernüchternd. „Rund 25 bis 30 Prozent der Solaranlagen in Deutschland erhalten beim Rating nur die Note B“, sagte Faltermeier: „Sie haben ein deutliches Ausfallrisiko.“ Das liege auch an der Qualität der Solarmodule.

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  • Blödsinn! Strom wird immer teurer werden! Ob mit oder ohne alternativer Energien! Übrigens wird die Atomkraft zum grössten Teil über die Steuern und Produkte bezahlt und nicht über die Stromrechnung! Wenn man die Kosten zusammenrechnet ist Atomstrom min. 3x so teuer wie das, was jetzt über die Stromrechnung bezahlt wird!
    Die einzigen Gewinner waren bisher die Energiekonzerne! Und deren zukünftige Gewinnausfälle werden jetzt durch die Erhöhung der Stromkosten bezahlt!

  • Da gibts ein enfaches Mittel dagegen! Öfters die Glotze auslassen und mit der Familie spazieren gehen!

  • Zunächst gibt es eine ganze Reihe von Unternehmen, die auf Grund ihres hohen Energieverbrauchs von der EEG Umlage ausgenommen werden. Die Liste dieser Unternehmen ist frei zugänglich. Die aktuelle Erhöhung der EEG-Umlage wird zum Teil durch diese Ausnahmen verursacht. Etwa 18% des Energiebedarfs in Deutschland fällt auf diese Unternehmen zurück.
    Hinzu kommt jedoch, dass große Unternehmen ihren Strom individuell einkaufen können, wenn sie in der Regel einen Stromverbrauch von mehr als 100.000kWh haben. Die Einkaufskosten orientieren sich dann am Strompreis der Leipziger Energiebörse und liegen deutlich unterhalb der Kosten für den Haushaltsstrom. Dass der Einkaufspreis für Industriestrom in den vergangenen Jahren nur sehr gering gestiegen ist, liegt insbesondere an dem Ausbau der erneuerbaren Energien. Problem ist, dass der Allgemeinkunde kaum eine Möglichkeit hat, den Strompreis mit seinem Energieversorger individuell zu verhandeln und die Preise der großen Energieversorger akzeptieren muss. Wenn man sich die Erhöhungen der Energiekosten insgesamt betrachtet, ist der Preis für Öl und Gas deutlich mehr angestiegen.
    Auch wenn Photovoltaikanlagen offenbar nicht alle gut laufen, produzieren sie eine ganze Menge an Strom über das Jahr verteilt. Schnee und geringe Einstrahlung in den Wintermonaten sind zwar ein Problem, insgesamt betrachtet liefert eine gute Anlage in Deutschland im Schnitt so um die 980 kWh/kWp. Klar, wenn man den Strom speichern könnte, wäre das noch besser. Hier sollte aus meiner Sicht der Schwerpunkt der Forschung liegen. Wenn man den Strom vernünftig speichern könnte, wäre es überhaupt kein Problem mit PV und Wind den Energiebedarf sicher zu decken. Prinzipiell bin ich auch kein Gegner von Atomkraftwerken, aber wir fahren halt auch nicht mehr mit Pferdekutschen.

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