Novartis glaubt an den Wert von Größe
Vasella wartet auf die nächste Chance

Ruhe zieht nicht ein bei Novartis - erst recht nicht nach dem Rückzug aus dem Übernahmepoker um den deutsch-französischen Konkurrenten Aventis. Denn Novartis-Chef Daniel Vasella hat ein erklärtes Ziel: Er will dahin, wo Sanofi Aventis - jetzt ist - auf Platz drei in der Liste der größten Pharmakonzerne der Welt.

HB ZÜRICH. Am späten Sonntagabend hatte Vasella im Kampf um Aventis die Notbremse gezogen. Die starre Haltung der französischen Regierung, die eine Fusion mit den Schweizern ablehnte, hatte ihn bewogen, sich nicht weiter um Aventis zu bemühen. Alle Versuche, diese Haltung aufzuweichen, waren erfolglos geblieben. Selbst ein Gespräch mit Bundeskanzler Gerhard Schröder in der vergangenen Woche brachte nur einen Teilerfolg: Zwar versprach die deutsche Regierung, sich nicht einzumischen, aber ein hilfreiches Wort bei den Franzosen einzulegen - das konnte der deutsche Kanzler nicht. Seine Entscheidung, nicht weiter für Aventis zu bieten, sei deswegen endgültig, ließ Vasella mitteilen.

Doch wer den 49-Jährigen kennt, weiß, dass Vasella nicht ruhen wird. Sanofi hat ihm den Weg vorerst verbaut. Thomas Ebeling, Leiter der Pharmasparte bei Novartis, rechnet dennoch mit einem weiteren Konzentrationsprozess in der Branche. "Die Franzosen schließen sich zusammen. Bayer wird sich dem Gedanken öffnen, mit anderen zusammenzugehen", sagte er vor einigen Wochen. "Für Novartis ist Roche eine gute Verbindung - das wäre dann die Schweizer Lösung." Den Standpunkt seines Chefs Vasella beschrieb er so: "Größe ist zwar nicht alles, aber wir sehen auch den Wert von Größe."

Auch Mathias Bonert von der Schweizer Gewerkschaft Bau und Industrie glaubt nicht an eine Verschnaufpause. Novartis habe einen Chef, der es sich zur Maxime mache, alle drei Jahre einen Konzern umzukrempeln. Man denke bloß an Vasellas führende Rolle bei der Fusion von Sandoz und Ciba-Geigy zu Novartis, sagt Bonert. Und Birgit Kuhlhoff, Analystin beim Bankhaus Sal. Oppenheim, sagt: "Auch wenn sie nicht heute oder in diesem Jahr zum Zuge kommen, werden sie ständig alle Möglichkeiten prüfen."

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