Novartis-Partnerprojekt vor dem Aus Medikamenten-Studie von Morphosys gescheitert

Rückschlag für Morphosys: Ein Medikamentenprojekt des Biotechunternehmens in Partnerschaft mit Norvatis ist gescheitert. Anleger zeigten sich enttäuscht – sie hatten mit Millionen-Umsätzen gerechnet.
Wäre das Medikament zugelassen worden, hätte Morphosys eine Beteiligung von fünf Prozent erhalten – bei geschätzten Umsätzen von bis zu 890 Millionen Euro ein gutes Geschäft. Quelle: dpa
Novartis-Partner

Wäre das Medikament zugelassen worden, hätte Morphosys eine Beteiligung von fünf Prozent erhalten – bei geschätzten Umsätzen von bis zu 890 Millionen Euro ein gutes Geschäft.

(Foto: dpa)

FrankfurtDas Biotechunternehmen Morphosys hat in seiner Partnerschaft mit dem Schweizer Pharmakonzern Novartis einen Rückschlag erlitten. Das am weitesten entwickelte Medikamentenprojekt der beiden Partner zeigte in der für die Zulassung relevanten klinischen Studie nicht die erhoffte Wirkung, wie Morphosys am Donnerstag mitteilte. Das Studienziel bei der Behandlung von Patienten mit der seltenen Muskelerkrankung sporadische Einschlusskörpermyositis (sIBM) wurde nicht erreicht. Eine Entscheidung über das weitere Entwicklungsprogramm mit dem Antikörper Bimagrumab hat Novartis noch nicht getroffen. Sollte das Projekt endgültig floppen, entgehen Morphosys daraus erfolgsabhängige Zahlungen sowie die mögliche Umsatzbeteiligung an dem Medikament.

Anleger zeigten sich enttäuscht. Morphosys-Aktien fielen im frühen Handel um mehr als 16 Prozent auf 42,19 Euro und waren größter Verlierer im Technologieindex TecDax.

Experten hatten Bimagrumab zur Behandlung von sIBM jährliche Spitzenumsätze von 400 bis 890 Millionen Dollar zugetraut. Bei einer Marktzulassung hätte Morphosys eine Umsatzbeteiligung von etwa fünf Prozent gewunken. Morphosys arbeitet bereits seit 2004 mit Novartis zusammen. Die beiden Unternehmen haben derzeit insgesamt elf Antikörperprojekte in der klinischen Entwicklung. Bimagrumab zur Behandlung der sporadischen Einschlusskörpermyositis – eine Erkrankung, die durch fortschreitende Muskelschwäche- und Schwund gekennzeichnet ist – war am weitesten vorangeschritten. Das Mittel konnte in der Studie jedoch keine entscheidende Verbesserung der Beweglichkeit der Patienten erreichen. Derzeit gibt es noch keine zugelassene Behandlung für sIBM.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
1 von 20

Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
2 von 20

Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
3 von 20

Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
4 von 20

Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
5 von 20

Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
6 von 20

Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
7 von 20

Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

Novartis testet Bimagrumab auch noch in anderen Gebieten wie Muskelschwund nach Hüftoperationen. Derzeit laufende klinische Studien werden aktuell nicht gestoppt. Neben Novartis arbeitet Morphosys auch mit anderen großen Pharmakonzernen wie Roche, GlaxoSmithKline, Bayer und Boehringer Ingelheim in der Medikamentenforschung zusammen. Durch diese Kooperationen finanziert die Gesellschaft ihre firmeneigenen Antikörper-Projekte in den Feldern Krebs und entzündliche Erkrankungen.

  • rtr
Startseite

Mehr zu: Novartis-Partnerprojekt vor dem Aus - Medikamenten-Studie von Morphosys gescheitert

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%