Novartis
Pharmakonzern warnt vor möglichem Gewinnrückgang

Hohe Kosten für die Markteinführung eines Herzmedikamentes und Umsatzeinbußen beim wichtigen Blutkrebsmittel belasten Novartis. Der Schweizer Pharmakonzern hält nun einen Gewinnrückgang für möglich.

ZürichUmsatzeinbußen beim wichtigen Krebsmittel Glivec und steigende Marketingkosten für die Einführung neuer Produkte belasten den Schweizer Pharmakonzern Novartis: Der Arzneimittelhersteller schließt nicht mehr aus, dass der Gewinn in diesem Jahr um einen niedrigen einstelligen Prozentbetrag sinkt. Bislang wurde ein in etwa stabiler Gewinn in Aussicht gestellt, wobei Sonderfaktoren und Wechselkurseffekte bei dieser Prognose nicht berücksichtigt sind.

Der Umsatz soll wie bis bisher prognostiziert weitgehend auf dem Niveau von 2015 liegen, wie Novartis am Dienstag mit der Veröffentlichung der Zahlen des zweiten Quartals mitteilte.

Von April bis Juni sank der Nettogewinn um drei Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar zurück. Der Umsatz schrumpfte um zwei Prozent auf 12,5 Milliarden Dollar. Dieser Rückgang liegt maßgeblich daran, dass beim Blutkrebskrebsmittel Glivec das Patent ausgelaufen ist und günstigere Nachahmerprodukte (Generika) auf den Markt drängen. Im zweiten Quartal sank der Umsatz des margenstarken Medikaments um ein Viertel auf 891 Millionen Dollar. Neue viel versprechende Mittel wie etwa das Herzmedikament Entresto oder Cosentyx gegen Schuppenflechte wachsen zwar, können aber die Umsatzeinbußen durch Generika nicht kompensieren.

Besonderes Augenmerk der Investoren liegt derzeit auf der Entwicklung der Augenheilmittelsparte Alcon. Hier kämpft Novartis seit einem Jahr mit Umsatzrückgängen, unter anderem weil das Unternehmen nicht schnell genug neue Produkte auf den Markt gebracht hat. Novartis hat gegengesteuert und die Abläufe verbessert. Mittlerweile sind neue Produkte wie etwa Kontaktlinsen zugelassen worden. Außerdem hat das Unternehmen seine Marketingausgaben erhöht.

Alles in allem ging der Nettoumsatz in der Sparte noch um zwei Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar zurück, was vor allem an der schwachen Entwicklung des Geschäfts mit Intraokularlinse (implantierbare Kontaktlinsen) lag. Hier konkurriert Novartis unter anderem mit dem deutschen Hersteller Carl Zeiss Meditec.

An der Börse wurden die Zahlen von Novartis mit einem Abschlag quittiert. An der Börse in Zürich sank der Kurs am Morgen um 0,7 Prozent auf 79,90 Schweizer Franken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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